12 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.

schaften des Ganzen überhaupt, hat die erweiterte Eigen—
wirtschaft zur Voraussetzung bereits eine weitgehende Differen—
zierung der Macht- und Reichtumsverhältnisse, insbesondere
eine starke Akkumulation von Grundbesitz in der Hand eines
Herrn einerseits, einen entsprechend hohen Entwicklungsgrad
der Produktivität der Arbeit anderseits. Die Akkumulation
bon Grundbesitz ist deshalb die notwendige Voraussetzung,
weil sie allein die natürliche Basis einer Wirtschaft bildet,
die den Bedarf einer größeren Anzahl von Personen an
Nahrungsmitteln und Rohstoffen in ihrem Kreise decken will.
Die Differenzierung der Machtverhältnisse ist deshalb un—
entbehrlich, weil die erweiterte Eigenwirtschaft zur Voraus—
setzung die Abhängigwerdung zahlreicher Personen von
einem Wirtschaftssubiekte hat, während endlich ein ent—
sprechend hoher Grad der Produktivität der Arbeit erreicht
sein muß, damit die Herrschaft, ohne selber Hand anzulegen,
von den Erträgnissen ihrer abhängigen Leute zu existieren
vermag.

III. Die handwerksmäßige Organisation.
.Die Bedeutung des Wortes Handwerk.
Tas Wort Handwerk wird in verschiedener Bedeutung
gebraucht. Grimms Wörterbuch zählt deren drei auf; es
lassen sich jedoch leicht noch mehr Bedeutungen entdecken.
Handwerk bedeutet:
a) das mit der Hand vollbrachte Werk opus manu
A

b) im engeren Sinne „ein dauernd betriebenes Ge—
werbe, zu dessen Ausführung vorzüglich manuelle Geschicklich—
keit erforderlich ist, ars mechanica, unterschieden von der
Kunst und von der niedrigen Handarbeit“;
6) Technik, Inbegriff derjenigen Fertigkeiten, die zur
Vollbringung eines Handwerks erfordert werden;