44 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.
Daraus ergibt sich, daß zum Wesen der handwerksmäßigen
Organisation der Austausch der Produkte zwischen den ver—
schiedenen Wirtschaften notwendig gehört. Trotzdem jedoch
die einzelnen Wirtschaften ihre Produkte untereinander aus—
tauschen, erfolgt die Produktion selber noch unter dem Ge—
sichtspunkte der Bedarfsdeckung, oder wie man es auch aus—
drücken kann: die produktive Tätigkeit ist noch auf die
Hervorbringung von Gebrauchsgütern gerichtet und erhält
damit ihre qualitative Färbung. Richtung gebend für die
Produktion bleibt nämlich der quantitativ wie qualitativ
umschlossene Bedarf sowohl des Käufers gewerblicher Er—
zeugnisse, wie auch des Verkäufers, also des Produzenten
Bedarf an Aquivalent-Gütern. Im einzelnen läßt sich die
Eigenart der handwerksmäßigen Organisation wie folgt am
besten bestimmen, wenn wir unseren Ausgangspunkt nehmen
von dem Handwerker und seiner Persönlichkeit und danach
fragen, was für ein Wesen er sei und was für Motivreihen
ihn beherrschen und schließlich zur handwerksmäßigen Or—
ganisfation führen. Was seiner innersten Natur nach „ein
Handwerker“ sei, werden wir, scheint mir, am sichersten zum
Ausdruck bringen können, wenn wir zunächst unsere Ausfage
negativ dahin zusammenfassen, daß wir einen „Handwerker“
denjenigen gewerblichen Arbeiter nennen, dem keine für die
Gütererzeugung und den Güterabsatz erforderliche Bedingung
fehlt, sei sie persönlicher, sei sie sachlicher Natur, in dessen
Persönlichkeit somit alle Eigenschaften eines gewerblichen
Produzenten oder, wie wir zusammenfassend sagen können,
die Produktionsqualifikation noch ohne irgendwelche Differen—
zierung eingeschlossen sind. Da nun zur Produktion stets
eine Vereinigung von Sachvermögen und persönlichen Fähig—
keiten erfolgen muß, so ergibt sich aus dem Gesagten zu—
nächst, daß der Handwerker außer den persönlichen Quäali—
täten die Verfügungsgewalt über alle zur Produktion