als spekulative Begabung sich in einigen überdurch—
schnittlichen Persönlichkeiten absonderl, umfaäßt sein persön—
liches Vermögen.
Mir scheint, als ob es zwei Punkte vor allem seien, auf
die das Streben des Handwerkers hauptsächlich gerichtet ist:
ein standesgemäßes Auskommen und Selbständigkeit. Ein
standesgemäßes Auskommen strebt er an, nicht weniger,
aber vor allem auch nicht mehr. Seine gewerbliche Arbeit
soll ihm gerade wie dem Bauern die materielle Basis für
seine Existenz: seine „Nahrung“ verschaffen, das Handwerk
soll seinen Mann „nähren“. Das ist der Grundton, der
durch alle Außerungen des Handwerks seit seinem Bestehen
hindurchklingt. Ursprünglich ist dieses Streben der Ausfluß
naiven Menschentums, erst allmählich wird man sich seiner
bewußt, formuliert es theoretisch und macht es zur Basis
des Handwerks, wo man dessen Wesen ausdrücken will.
Dort vor allem wird es mit Entschiedenheit betont, wo
feindliche Mächte diesen Grundpfeiler handwerksmäßiger
Existenz, die „‚Nahrung“ zu erschüttern drohen, also in den
Klagen der Handwerker oder dort, wo die feindlichen Mächte,
die auf anderem Grunde fußen wollen, von den Ver—
teidigern der guten alten Zeit ihres verderblichen Irrtums
überzeugt werden sollen.
Aber der Handwerker will sein Auskommen haben und
dabei ein freier Mann sein, d. h. als selbständiger Produzent
bestehen können. Diese Selbständigkeit ist es erst, die den
Handwerker im eigentlichen Sinne, von ebenfalls gewerb—
lichen Arbeitern anderen ökonomischen Charakters unter—
scheidet.
Um jene Zwecke zu erreichen, die dem Streben des
Handwerkers zugrunde liegen, setzt er nun sein ganzes
Können ein. Dieses aber ist, wie wir wissen, doch immer
vorwiegend eine technische Fähigkeit: durch eigenhändige

46 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.