Die handwerksmäßige Organisation. 47

Arbeit also muß er seinen Zielen zuzustreben suchen. Was
seiner Hände Geschicklichkeit zu leisten, was seiner Arme
Spannweite zu umschließen vermag, das ist die Sphäre
seines Wirkens, das also als ein unmittelbarer Ausfluß seiner
Persönlichkeit erscheint. In diesem Sinne hat man das
„Handwerk“ sehr treffend bezeichnet als den Ausdruck einer
zum Lebensberuf ausgeprägten bestimmten Tätigkeit des
Individuums, die sich sozusagen soweit ausdehnt, als die
Kraft der einzelnen Hand zu herrschen und zu schaffen ver—
mag. Dieser Idee der Arbeit als einer Betätigung der
Gesamtpersönlichkeit entspricht die dem Haudwerk eigen—
tümliche Berufsgliederung. Diese ist nämlich eine solche,
daß die Individualität eines Menschen seine Kräfte über
einen gewissen Kreis von Tätigkeiten erstrecken kann und
soll, die durch ein geistiges Band, durch die Idee eines
Ganzen zusammengehalten werden; daß eine Ausweitung
dieses Kreises seine Kräfte zersplittern muß, während an—
derseits, wenn diese Kräfte in zu engem Kreise oder wohl
gar nur in einer Richtung hin betätigt werden, der Arbeiter
in die Stumpfheit des rein mechanischen Betriebes versinkt.
Was gleichsam die qualitative Abgrenzung der einzelnen
Handwerke charakterisiert, während die quantitative Zuteilung
des Wirkungskreises deutlichst unten dem Einfluß des Leit—
satzes von der „Nahrung“ stets gestanden hat. Nach beiden
Richtungen hin — das wollen wir festhalten — sind also
für die Abgrenzung der einzelnen Handwerke subjektive, in
der Persönlichkeit des Handwerkers begründete Momente
maßgebend gewesen.
Die der handwerksmäßigen Organisation der Produktion
am innerlichsten entsprechende Form der Betriebsgestaltung
ist der Individualbetrieb in allen seinen Modalitäten; als
Alleinbetrieb, Familienbetrieb, Gehilfenbetrieb, also der so—
genannte Kleinbetrieb. Jedoch ist eine handwerksmäßige