Die handwerksmäßige Organisation. 51

Überschußbevölkerung den gesamten Zuwachs, der in ihren
Reihen entsteht, auch in der Sphäre der landwirtschaftlichen
Produktion absorbieren kann; 7) wenn die wenigen Rekruten,
die sich dem Handwerk infolge jener geringen Bevölkerungs—
zuflüsse von neuem immer wieder stellen, eine besonders
lange Zeit zur Heranbildung erheischen, d. h. wenn der
Stufengang der gewerblichen Ausbildung ein besonders
komplizierter ist.
b) Wird ein Mangel an gewerblichen Produkten dadurch
herbeigeführt, daß die Produktivität der gewerblichen
Arbeit gering entwickelt ist, so daß also die wenigen
Handwerker, die zur Verfügung stehen, außerdem noch wenig
produzieren. Demgegenüber muß alsdann eine kaufkräftige
bezw. zahlungsfähige Nachfrage stehen, die mit den Über—
schüssen des Bodens reichliche Mengen an gewerblichen Er—
zeugnissen zu erwerben in der Lage und gewillt ist. Auf
diese Weise erfüllen sich diejenigen Bedingungen, die dem
Handwerk gleichsam in quantitativer Hinsicht die für
seine Existenz notwendige Sicherheit und Stabilität gewähr—
leiste. Es muß noch dazu kommen, daß durch ganz be—
stimmte Umstände auch, wenn der Ausdruck gestattet ist, in
qualitativer Beziehuug jene notwendige Stabilität ge—
währleistet werde, d. h. der Handwerker vermag nur dann
zu bestehen, wenn die Tech nik einer Zeit nicht unausgesetzt
Veränderungen der Verfahrungsweisen im Gefolge hat.
Der Handwerker, der auf eine bestimmte Fertigkeit eingelernt
ist, ist ganz außerstande technischen Veränderungen, die
während seines Lebens sich einstellen, jederzeit gerecht zu
werden. Man wird deshalb sagen dürfen, daß das Hand—
werk zu seiner Existenz notwendig das empirische Verfahren
als Voraussetzung hat, weil nur unter der Herrschaft dieses
Verfahrens, wie wir in dem ersten Abschnitte gesehen haben,
eine solche Langsamkeit in der Umbildung der gewerblichen