Die kapitalistische Organisation des Gewerbes. 53

damit seine Unbegrenztheit sofort als das entscheidende
Merkmal der kapitalistischen Unternehmung zum Ausdruck
zebracht werden.
Es ist vor allem wichtig, zu erkennen, daß für jegliche
in ihr entfaltete Tätigkeit nicht mehr der quantitativ und
qualitativ fest umschriebene Bedarf einer Person oder einer
Mehrheit von Menschen richtunggebend wirkt, sondern daß
Quantum und Quale der Leistungen einer kapitalistischen
Unternehmung nur noch unter dem unpersönlichen Gesichts—
punkt einer Verwertung des Kapitales betrachtet werden
dürfen. In der Überwindung der Konkretheit der Zwecke
liegt die Überwindung ihrer Beschränktheit eingeschlossen.
Die Zwecke der kapitalistischen Unternehmung sind abstrakt
und darum unbegrenzt. An diese elementare Einsicht ist
jedes Verständnis für kapitalistische Organisation gebunden.
Indem wir diese fundamentale Eigenart der kapitalistischen
Unternehmung feststellen, wird ersichtlich, daß wir sie als
den vollendesten Typus der Erwerbswirtschaft charakterisieren.
Wie entscheidend wichtig aber die in der Zwechsetzung
der kapitalistischen Unternehmung vorgenommene Verselb⸗
stäudigung des Sachvermögens ift, geht von vornherein aus
der damit bezeichneten Tatsache hervor, daß in ihr die Möglich—
keit einer Emanzipation auch von den Schranken des indi—
vidnellen und damit zufälligen Könnens und Wollens über—
haupt eingeschlossen liegt.
Dafern das Wirtschaftssubjekt — der kapitalistische Unter—
nehmer — gleichsam nur der Repräsentant seines Sach—
bermögens ist, so ist es auch vertretbar. Nicht sein indi—
vidnelles Können entscheidet notwendig über die im Rahmen
der kapitalistischen Unternehmung vollzogene Tätigkeit (wie
etwa im Handwerk) sondern die durch Nutzung des Sach—
dermögens ausgelösten Kräfte und Fähigkeiten beliebiger
anderer Personen. In diesem Umstande liegt die Erklärung