Die Schaffung der objektiven Beding. kapitalist. Wirtschaft. 93

sich seit dem 16. Jahrhundert immer mehr der Kampf der
einzelnen europäischen Staaten, zu vergrößern. Es waren
Maßregeln, die gemeinsam dadurch charakterisiert sind, daß
man in rücksichtsloser Weise die Interessen des andern
Staates mit Füßen trat und durch kunstvolle Pflege die
Keime des eigenen Wirtschaftslebens zur Entfaltung zu
bringen sich bestrebte. Da naturgemäß bei diesem Ringen
um die Herrschaft die Interessen der einzelnen konkurrieren⸗
den Staaten häufig aufeinander stießen, so ist es kein
Wunder, daß die Zeiten der merkantilistischen Politik auch
Zeiten großer und mächtiger Kämpfe der europäischen Na—
tionen um die Vorherrschaft gewesen sind. Wenn die Zoll—
maßregeln, die Schikanierung der fremden Flotte, die Zurück—
drängung der fremden Handelsgesellschaften im Auslande
nicht mehr verschlug, so mußte zum Schwert gegriffen werden,
um einen Austrag herbeizuführen. Man würde einen un—
vollkommenen Überblick über die gewerbliche Entwicklung
Europas geben, wollte man nicht erwähnen, daß die neue
Form der gewerblichen Produktion ebenso wie die neuen
Formen des Handels zum nicht geringen Teil aus den
Kämpfen hervorgegangen sind, die im 16. 17. und 18. Jahr—
hundert die Niederlande gegen Spanien; Frankreich, England,
Schweden gegen die Niederlande; Deutschland, Holland, Eng—
land gegen Frankreich geführt haben. Der letzte große Krieg
um die Herrschaft auf dem Weltmarkte war der amerikanische
Krieg zwischen England und Frankreich, der durch seinen
Ausgang nicht zuletzt darüber entschied, daß die führende
Großmacht auf wirtschaftlichem und insbesondere auf in—
dustriellem Gebiete England wurde.