Die zunehmende Bedentung der gewerbl. Produktion. 9
teil der gewerblichen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten
von Amerika 241.
Weitere Aufschlüsse erhält der Leser im 111. Bande
(NM. F.) der Statistik des Deutschen Reichs, dem auch
die im Vorstehenden gemachten Ziffernangaben ent—
lehnt sind.
Woraus erklärt sich diese eigentümliche Erscheinung des
wachsenden Anteils der gewerblichen Arbeiter? Nicht etwa,
wie man gemeinhin glaubt, ausschließlich oder auch nur
vornehmlich aus der Tatsache, daß wir immer mehr für
fremde Völker (die für uns Ackerbau treiben) Industrie—
erzeugnisse herstellen. Vielmehr ist es im wesentlichen der
wachsende Mehrbedarf an gewerblichen Erzeugnissen im
eigenen Lande, der diese Zunahme bewirkt. Freilich: ein
Teil der jetzt mehr wie früher ermittelten gewerblichen Pro—
duzenten erscheint nur in der Statistik, nicht in Wirklichkeit
neu. Es vollzieht sich nämlich nachweisbar das ganze Jahr—
hundert hindurch, besonders rasch im letzten Drittel, eine
ftetige Verringerung der hausgewerblichen Eigenproduktion,
die wir im Anfang des Jahrhunderts noch sehr verbreitet
finden. Es wird auch in bänerlichen Kreisen, geschweige
denn in den städtischen Familien, heute nur noch in ver—
schwindend geringem Umfange der Bedarf an gewerblichen
Erzeugnissen durch Backen, Schlachten, Gerben, Spinnen,
Weben, Schustern, Schneidern usw. selbst gedeckt. Als Regel
darf vielmehr gelten, daß der gesamte Bedarf auf dem
Markte eingekauft oder beim selbständigen Gewerbetreibenden
bestellt wird. Also: Dieselbe Arbeit, die noch vor hundert
und vor fünfzig Jahren nebenberuflich in der Familie aus—
geführt und somit vom Statistiker gar nicht als „gewerbliche
Tätigkeit“ exmittelt wurde (die Familien, die sie betrieben,
erschienen vielmehr in der Mehrzahl als zur Landwirtschaft
gehörige), die bildet jetzt den Inhalt eines bestimmten ge—