12 Die Gestaltung d. Gewerbewesens i. d. mod. Kulturstaaten.

nischen Evolution festzustellen in der Lage waren. Wir
sahen, in welchem beträchtlichen Umfange namentlich das
Eisen statt des Holzes, des Hanfes, des Leders und anderer
Stoffe aus organisierter Materie heutzutage Verwendung findet,
in welchem beträchtlichen Umfange der tierische Motor durch
den Dampf und die Elektrizität ersetzt ist, ebenso wie der
lebendige Pflanzenheizstoff durch die toten Wälder der Ver—
gangenheit; in welchem beträchtlichen Umfange die chemisch
hergestellten Stoffe, vor allem die Farben, aber auch Arz—
neien, Gemißmittel usw. pflanzliche und tierische Erzeugnisse
verdrängt haben. Nun ist es handgreiflich, daß alle diese
Vorgänge wiederum eine Vermehrung der gewerblichen
Produktion im Gefolge haben mußten; das Eisen, aus dem
heute Schiffe, Brücken, Häuser erbaut werden, beschäftigt
tausend und abertausend „gewerbliche“ Arbeiter, während
ehedem das Holz von den Arbeitern im Forst gewonnen
wurde; die Leute, die das Holz zum Heizen herrichteten,
waren ebenfalls forstwirtschaftliche Arbeiter; die Steinkohlen
werden von den Industriearbeitern gefördert. Um die Pferde
zu erzeugen, die ehedem zur Fortbewegung der Wagen
dienten, waren Menschen in Land- und Viehwirtschaft nötig:
die Lokomotiven und die elektrischen Motorwagen werden
in industriellen Etablissements hergestellt. Den Krapp und
den Waid pflegten landwirtschaftlich tätige Personen; die
Anilinfarben, die jene Farbstoffe ersetzten, sind das Werk
von Arbeitern in chemischen Fabriken usw.
Leider läßt sich ziffernmäßig nicht feststellen, welche Be—
deutung dem letzterwähnten Umstande für die berufliche
Umschichtung der Bevölkerung zukommt. Ich glaube aber,
daß man diese Bedeutung nicht leicht zu hoch einschätzen
kann. Einen Anhaltpunkt für die quantitative Abmessung
gewähren die Ziffern der belgischen Gewerbestatistik, in denen
die Industrien unterschieden sind, je nachdem sie mineralische