Die Industrie.

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aufgebaut ist, erscheint entweder als Heimarbeit im
engeren Sinne, d. h. in einer Organisation, bei welcher
die Arbeit von den einzelnen Arbeitern tatsächlich in ihren
eigenen Behaufungen ausgeführt wird, oder aber als sog.
Werkstattarbeit; hier ist die Arbeit aus der Prival—
wohnung in eine Werkstatt verlegt.
Das Wesen dieser Organisationsform (der Werlstatt⸗
arbeit) besteht darin, daß die Schar der im Dienste des
Verlegers arbeitenden Hausindustriellen sozial differenziiert
ist. Der die Aufträge empfangende Arbeiter der Haus—
industrien im engeren Sinne, führt diese nicht mehr allein
oder mit Hilfe seiner Familienangehörigen aus, sondern
dingt fremde Personen, die ihm für Lohn ihre Arbeitskraft
zur Verfügung stellen; während er selbst also Lohnarbeiter
seinem Verleger gegenüber ist, wird er Unternehmer oder
wenigstens Arbeitsgeber seinen Hilfskräften gegenüber.
Dadurch erhält er eine Doppelstellung und vielfach zwie—
spältige Interessenrichtung. Betriebstechnisch ist diese Or—
ganisationsform derartig charakterisiert, daß sie die Schranken
der Einzel- und Familienhaftigkeit prinzipiell überschritten
hat und sich vielfach schon, wenn auch in kleinen Ausnahmen,
zum kooperativ arbeitsteiligen Betrieb entwickelt hat. Wenn
auch bei den älteren Hausindustrien gelegentlich solche Werk—
stattarbeit vorkam, wie beispielsweise bei der Lyonnaiser
Seidenindustrie, so bildete sie doch hier die Ausnahme,
während sie bei vielen und zwar den wichtigsten der mo—
dernen Hausindustrien geradezu die herrschende Betriebs—
organisation darstellt. Sie tritt hier in die Erscheinung in
der Weise, daß ein sogenannter Zwischenmeister sich zwischen
Verleger und Heimarbeiter schiebt, der als Zwischenunter—
nehmer die Aufträge des Verlegers mit eigenen Gewinn—
und Verlustchancen von Arbeitern ausführen läßt, die er in
einer von ihm eigens dazu hergerichteten Werkstatt vereinigt.