42 Die Gestaltung d. Gewerbewesens i. d. mod. Kulturstaaten.
unternehmer bekannt ist. Der Sweater erhält die Stücke
bereits zugeschnitten; kann er sie selbst zusammenheften, so
tut er es, wo nicht, bedarf er eines Hefters, männlichen oder
weiblichen. Weiter braucht er einen Maschinennäher, einen
Bügler, zwei oder drei Frauen, um Knopflöcher zu nähen,
Geschäftsgänge zu machen usw. Der kleine Sweater, der
alle notwendigen Verrichtungen seiner Näherei nur mit einem
Arbeiter besetzt hat, arbeitet ebenso hart, vielleicht härter als
irgend eine von ihm bezahlte Hand, — manchmal ist er auch
sein eigner Bügler. In den kleineren Geschäften sitzt der
Sweater mitten unter seinen Leuten, und die Beziehungen
zu diesen sind dann in der Regel freundliche. Die Prinzen
des Sweatingsystems aber, die 40-50 Personen beschäftigen,
sind nicht mehr genötigt mitzuarbeiten und nehmen es leicht.
Sie haben in der Regel unausgesetzt Beschäftigung für ihre
Leute, erhalten gute Preise, wissen sich billige Arbeitskräfte
zu verschaffen und machen große Gewinne.“ Wie im Lyoner
Typus der Mattre, ist im Sweatingsystems der Sweater der
Hausindustrielle im engeren Sinne. Wie der Mañtre nimmt
auch er eine Zwitterstellung zwischen hausindustriellem Ar—
—
Arbeiter, der große mehr Unternehmer.

III. Die Großindustrie.

Wir betrachten im folgenden diejenigen Zweige des ge—
werblichen Kapitalismus, die bereits eine Organisation im
gesellschaftlichen Großbetriebe erfahren haben und fragen nach
den Entwicklungstendenzen, die diese großbetriebliche Organi—
sation aufweist. Da bemerken wir
1. eine Tendenz zu fortschreitender Spezialisa—
tion in wohl allen Industriezweigen. Es ist damit jene
Tendenz gekennzeichnet. in einem Betrieb möglichst wenig