Die Industrie.

45

Zur Ergänzung mögen noch folgende, besonders eklatante
Ziffern dienen. So betrug die Belegschaft eines Steinkohlen⸗
bergwerks in Preußen, bezw. Deutschland 1842 durchschnitt⸗
lich 40 Arbeiter, in dem Jahre 1900 dagegen 1224. Die
Zahl der Arbeiter in einem Hochofen in den beiden Jahren
13 und 322. Dasjenige, was in diesen Ziffern zum Aus⸗
druck kommt, ist das, was man die Personalvergrößerung
nennen kann.
Noch viel beträchtlicher ist aber die Betriebskonzentration,
wenn wir sie als Realvergrößerung betrachten, wie sie
in der Vermehrung der Produktionskapazität, bezw. Ver—
größerung des Produktionsmittelapparates zunt Ausdruck
kommt. So betrug beispielsweise die Jahresleistung eines
Hochofens im Jahre 1842 rund 574 Tons; dagegen am
Ende des Jahrhunderts 78888 Tons, Während sich also
die Belegschaft nur verfünf- und verzwanzigfacht hatte, stieg
die Leistungsfähigkeit eines Hochofens in demselben Zeitraume
im Verhältnis von 1: 138; jenes Steinkohlenbergwerk, das
im Jahre 1842 rund 5111 Tons im Durchschnitt lieferte,
förderte im Jahre 1900 durchschnittlich 828348 Tons.
Ahnliche Realvergrößerungen, die weit über die nachweis⸗
baren Personalvergrößerungen hinausgehen, haben auch an—
dere Industrien erlebt. Beispielsweise stieg die Zahl der
Spindeln in je einer Spinnerei von der Mitte des Jahr⸗
hunderts bis zur Mitte der 1890er Jahre in Deutschland
bei Baumwolle von 1114 auf 15646; bei Wolle von 128
Kammgarn) und 238 Streichwolle) auf 2542. Selbstver⸗
ständlich handelt es sich auch hier um eine Tendenz, die aller
kapitalistischen Wirtschaft eigentümlich ist. Der beschränkte Raum
verbietet es, auf das Zahlenmaterial in anderen dändern noch
näher einzugehen, ich kann mir jedoch nicht versagen, wenigstens
für die Vereinigten Staaten von Amerika noch einige Ziffern
anzuführen, weil sie mir besonders lehrreich erscheinen.