56 Die Gestaltung d. Gewerbewesens i. d. mod. Kulturstaaten.

sie zur Konzentration, Spezialisation und Kombination,
also in Summa zur Vervollkommnung Anreiz bieten. Man
hat wohl das Gegenteil horoskopiert und diese Auffassung
mit dem Hinweise begründet, daß der Wegfall der Kon—
kurrenz das Interesse an der Verbesserung der Produktions—
methoden lähmen würde. Das ist unklar gedacht. Man
muß doch dieses vor allem in Rücksicht ziehen, daß in dem
Augenblicke, in dem Preise und Produklionsmenge feft—
gelegt sind, eine Steigerung des Profits nur noch durch
Herabsetzung der Produktionskosten möglich ist. Und daß
das Streben nach Profit nachlassen sollte, ist wohl nicht
anzunehmen. Also wird alles Sinnen und Trachten der
syndizierten Gesellschaften entweder auf eine Senkung des
Arbeitslohnes (also nicht, wie man gemeinhin annimmt,
verbessert sich die Lage der Arbeiterschaft infolge der Kar—
telle, im Gegenteil!) oder — wo ein solches Streben in
dem Widerstande der organisierten Arbeiterschaft seine
Grenze findet — auf bestmögliche Betriebsorganifation und
höchstmögliche Verwendung vollkommenster Verfahrungs—
weisen gerichtet sein.
Diese Bestrebungen werden in der Form des Trusts
noch reiner und freier zur Entfaltung kommen können.
Der in Amerika einstweilen allein ausgebildete Trust stellt
nichts anderes dar als ein Riesenwerk, das nach wohl⸗
durchdachtem Plane die Größe, den Grad der Speziali⸗
sation und Kombination der ihm unterstehenden Betriebe
zu regeln vermag und gewillt ist. Was ihn vom euro—
— Aufhebung der
Produktionsfreiheit des einzelnen Unternehmers, der viel—
mehr nur noch mit einer Anzahl Aktien an dem zu einer
neuen wirtschaftlichen Einheit zusammengeschlossenen Ge—
samtunternehmen beteiligt ist und günstigenfalls eine Stelle
in dessen Direktorium erhält. Es ist ersichtlich, daß erst