Begriff und Wesen der Konkurrenz. 61
als einer bestimmten Wirtschaftsorganisation über die hand⸗
werksmäßige Organisation des Gewerbes plausibel machen.
In ihnen sind im wesentlichen auch diejenigen Gründe ein—
geschlossen, die das Obsiegen beftimmter Betriebsformen
innerhalb der kapitalistischen Organisatton über andere
erklären.
Ich werde in den verschiedenen Fällen noch besonders
darauf aufmerksam machen, soweit die Darstellung selber
nicht genügenden Aufschluß gibt. In meinem, Kapitalisinus“
im 3. Buche des M. Bandes habe ich die Theorie der ge—
werblichen Konkurrenz mit besonderer Ausführlichkeit dar—
zestellt. Es hätte keinen Sinn, dieses komplizierte Problem
an dieser Stelle anders als im engen Anschluß an die dort
zebotene Darstellung zu behandeln. Der Leser dieser
Bändchen wird dadurch in die vorteilhafte Lage versetzt,
daß er, im Falle er eine weitere Aufklärung über einzelne
Punkte wünscht, sich in meinem größeren Werk leicht orien⸗
tieren kann, weil er daselbst die hier nur skizzierten Gedanken
ausführlich, aber in derselben Anordnung dargestellt findet.
Fragen wir zunächst, auf welche Gründe der Sieg eines
von zwei gewerblichen Konkurrenten überhaupt zurückgeführt
werden kann, so ergibt sich folgendes Schema:
Ein Konkurrent siegt entweder ob, weil er bessere
Leistungen prästiert, oder deshalb, weil er billiger liefert,
also ein geringeres Aquivalent vom Käufer fordert: ein
drittes gibt es nicht. Bessere Leistungen prästiert er, weil
er entweder bessere Ware, oder Ware besser liefert, als
sein Gegner: ein drittes gibt's nicht. Im Preiskampfe
obsiegen kann ein Konkurrent, entweder weil er formal
oder weil er materiell überlegen ist. Materiell überlegen
ist er, d. h. billiger verkaufen kann er aber wiederum nur,
entweder weil er durch Surrogierung des Materials oder
der Form den gleichen Bedarfszweck mit geringerem Auf-—