der kapitalistischen Unternehmung die Versatilität. Der
Grund für diese verschiedene Beftͤhigung liegt im innersten
Wesen der beiden Organisationen. Im Handwerker ist das
technische Können an die lebendige Person gebunden und
kann deshalb nach Richtung und Art nicht unausgesetzt ge—
ändert werden. In der kapitalistischen Organisation ist,
wie wir wissen, die technische Funktion von der Person des
Produktionsleiters vollständig abgetrennt. Dieser ist also
als kapitalistischer Unternehmer im wesentlichen indifferent
gegenüber der Art und Weise, wie die Erzeugnisse herge—
stellt werden, ja sogar bis zu einem Grade der Gattung
der Produkte überhaupt. Die kapitalistische Unternehmung
ist also dank dieser Unpersönlichkeit oder wenn man will
Seelenlosigkeit des Kapitals jederzeit imstande, solche Ver—
fahrungsweisen einzuführen, solche Waren zu erzeugen, die
der jeweiligen Konjunktur entsprechen.
3. kommt in Betracht die verfeinerte, elegantere,
kulantere Art der Darbietung. Wir erheben heute
Mindest-Ansprüche an Bequemlichkeit und Eleganz der
Darbietung, wie sie uns das Verkaufsmagazin moderner
Herrichtung, die komfortablen Ankleideräume unserer groß—
städtischen Schuh- und Kleiderlieferanten allein zu erfüllen
bermögen. Der Handwerker, der Produktionsstätte und
Verkaufsstätte notwendig verbinden muß, ist nicht imstande
diesen Anforderungen gerecht zn werden, zumal in den
Großstädten, wo die steigende Grundrente die Läden in den
Hauptstraßen so verteuert, daß ihr Inhaber nur bei in—
tensivster Ausnützung die Lasten der Miete usw. zu tragen
vermag. Der Handwerker wird also in die Vorstädte, in
die dunklen und engen Nebenstraßen, in die Hölle, in die
vierten Etagen oder in das Kellergeschoß hineingetrieben,
in enge dumpfige Lokalitäten, die aufzusuchen für den Kun—
den etwas Abstoßendes hat.

86 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.