98 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

Handwerksmeister, sofern er durch die stete Fühlung mit den
gesellschaftlich ihm nahestehenden Kunden, z. B. im Bau—
gewerbe mit den Architekten, viel besser weiß, worauf sich
die Neigungen des Publikums konzentrieren werden usw.
Aber was viel bedeutsamer für die Erzielung guter
Produkte als die persönliche Geeigenschaft des kapitalistischen
Unternehmers ist, ist die Länge seines Geldbeutels. Tas
kennzeichnet ja doch das innerste Wesen kapitalistischer Or—
Janisation, daß sie durch Geldaufwand alles beschaffen kann,
was sie zu ihrem gedeihlichen Werke braucht: Ausdauer und
Geschicklichkeit, Bildung und Geschmack, wissenschaftliches und
künstlerisches Können, alles vermag sie vermittels Bar—
zahlung in ihren Dienst zu stellen.
So umgibt sich der kapitalistische Unternehmer mit einem
Stabe leistungsfähiger Arbeitskräfte, die ihm das gute Ge⸗
lingen seines Werkes durch ihr Talent und ihren Fleiß ver—
bürgen. Er kann das tun, weil er die Mittel zum Ankauf
hat; er kann es aber auch nur deshalb, weil die kapitalistische
Organisation die ursprünglich komplexe Arbeit aufgelöft, die
qualifizierte Arbeit ausgesondert und die höherwertige
Arbeitsleistung auf eine größere Produktenmenge verteilt
hat. In diesem Differenzierungsprozesse liegt das eigentliche
Geheimnis der gesteigerten Leistungsfähigkeit der kapita—
listischen Unternehmung in der von uns untersuchten Richtung.
Wenn wir näher zusehen, so sind es drei verschiedene
Kategorien höher qualifizierter Arbeitskräfte, durch deren
Verwendung die kapitalistische Unternehmung zu vollkom—
meneren Leistungen zu gelangen vermag:
1. der Stab wissenschaftlich oder künstlerisch gebildeter
Hilfskräfte; 2. die Spezialisten der ausführenden Arbeit;
3. die qualifizierten Arbeiter im allgemeinen.
Damit erledigt sich auch eine oft gehörte Behauptung,
die durch ihre stetige Wiederholung nichts an Richtigkeit