Der Kampf um die beste Leistung. 69

gewinnt, die nämlich, daß dem sogenannten Großbetriebe,
will sagen der kapitalistischen Unternehmung, die Sphäre
des Kunstgewerbes verschlossen sei, daß also, soweit es
sich um künstlerische Arbeit handelt, das Handwerk not—
wendig der kapitalistischen Organisation überlegen sein müsse.
Diese Anschauung beruht auf vollständiger Unkenntnis der
gewerblichen Organisation, sie stellt alles, was nicht Hand—
werk ist, sich im wesentlichen als eine große mechanische
Fabrik vor, in der womöglich auf maschinellem Wege Massen—
produkte hergestellt werden. Schon nach dem, was wir von
der verschiedenen Organisation des gesellschaftlichen Groß—
betriebes, der nicht nur als fabrikmäßiger, sondern auch
als manufakturmäßiger auftreten kann, erfahren haben, läßt
erkennen, wie irrtümlich jene Anschauung ist. Die Kenntnis
von der Verschiedenheit der großbetrieblichen Organisation
gewährt uns die Einsicht, daß auch im Rahmen eines Groß—
betriebes sehr wohl Raum für individuelle und künstlerisch
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falls der Erzeugung künstlerischer Produkte widmen kann.
Die eben festgestellte Tatsache bringt uns dann des weiteren
zu der Überzeugung, daß in der heutigen Wirtschafts—
organisation allein die kapitalistische Organisation imstande
ist, künstlerische Leistungen auf höchster Stufenleiter zu voll—
bringen, weil sie einfach die höchst qualifizierten Arbeiter
allein zu bezahlen vermag, was wiederum in gleichem Sinne
für die Konkurrenz zwischen dem großen und kleinkapita—
listischen Unternehmer gilt.
Ebenso wie für die künstlerische Leistung läßt sich natür—
lich auch das gleiche für eine sonstwie hervorragende Leistung
der gewerblichen Produktion aussagen.
Will ich mich à quatro 6pingles kleiden, so gehe ich zum
großen Schneider; will ich elegante, gutsißzende Schuhe, zum
feinen Schuhwarengeschäft; liegt mir daran, Bart und Haar