74 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

Brennpunkten der städtischen Grundrente verbleibt, so ist er
diesen gegenüber noch im Vorteil. Sei es, weil er die
Grundrente einer gegebenen Fläche über eine größere Anzahl
von Produkten verteilen kann, sei es, weil er die erforder—
liche Fläche zu günstigeren Bedingungen als der kleine Ge—
werbetreibende erhält. Einen besonderen Vorsprung erhält
die kapitalistische Unternehmung gerade in den größten
Städten dadurch, daß sie die Auslagen für Grundrente, also
für den Standort der Produktion völlig aus ihrem Ausgabe—
etat streichen kann, weil sie sie anderen — den Arbeitern —
aufbürdet, die sie von dem Preise ihrer Arbeitskraft in Abzug
zu bringen haben. Das ist, wie wir wissen, der Fall bei
der Hausindustrie.

b) Der Arbeitsgegenstand.

Es darf als eine unserer Zeit eigentümliche Tendenz
betrachtet werden, daß sich für eine große Anzahl der wich—
tigsten Rohstoffe der Bezugsort vom Verarbeitungsorte immer
mehr entfernt. Für die wichtige Kategorie der Rohstoffe aus
organisierter Materie folgt diese Tendenz bereits aus dem
Zusammenhange der kapitalistischen Gesamtentwicklung, wie
ich in meinem „Kapitalismus“ ausführlich zu erklären ver—
sucht habe. Aber zu den dort entwickelten Gründen, die Pro—
duktion bestimmter tierischer und pflanzlicher Erzeugnisse in
die Nähe der Grundrentenminima zu verlegen, treten noch
andere hinzu, die in gleicher Richtung wirken: Auffindung
neuer exotischer Stoffe, die die früher allein verwendeten
einheimischen substituieren und surrogieren (Ersatz für Vorsten,
Talg usw.); Verfeinerung unseres Bedarfs, die eine Ver⸗
mehrung der zur Verwendung kommenden Rohstoffe heischt
und deshalb nach neuen Arten in fremden Ländern Ausschau
hält (feinere Pelzwaren, feinere Hölzer usw.), die zunehmende
Verwendung gewerblicher Rohstoffe überhanpt und dgl. mehr.