76 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

der Fabrikant, der ebensoviel Rohmaterial in zwölf ver—
schiedenen Akten erwirbt. Findet jedoch aus irgend einem
Grunde, ehe das Rohmaterial in den Handel kommt, das—
jenige statt, was man eine Güter- oder Warenzusammen—
ballung nennen kann, d. h. finden sich größere Quantitäten
jenes Rohstoffes an einer Stelle unter einer Verfügungs—
gewalt zusammen, so bedeutet nun offenbar der Bezug einer
bestimmten Quantität durch zwölf verschiedene oder durch
einen einzigen Produzenten etwas Wesensverschiedenes. In
jenem Falle nämlich muß die zusammengeballte Masse zer—
teilt, jede Teilquantität muß besonders verpackt, verwogen usw.
mit besonderen Adressen, Begleitpapieren versehen, muß endlich
in besonderen Akten transportiert werden; kurz, die Übermitt—
lung der einen Masse an zwölf verschiedene Empfänger be—
deutet jetzt einen erheblichen Mehrauswand gegenüber dem
Versand an eine Adresse. Ob dieser Mehraufwand von
dem ersten Versender oder von einer Mittelsperson (wir
nennen ihn Zwischenhändler) geleistet und also an jenen
oder diese bezahlt wird, bleibt sich im Effekt gleich: genng,
daß überall dann — aber auch nur dann — wenn Waren—
zusammenballungen stattgefunden haben, der „Bezug im
großen“ billiger ist als in Teilpartien. Eine solche Zu—
sammenballung größerer Gütermengen findet nun aber not—
wendig statt, ganz unabhängig von dem Bedürfnis des Ver—
arbeitens, dort, wo der Rohstoff in so weiter Entfernung
von der gewerblichen Produktionsstätte gewonnen wird.
Daß durch die Fleischextraktkompanien in Südamerika eine
Zusammenfassung großer Häutemengen oder Talgmassen
erfolgt, ist das Zufällige dabei: der Hanf, der vom russischen
Bauer im kleinen produziert, die Haut, die im Innern
Indiens von dem einzelnen Hindu geliefert wird: sie müssen
mit Notwendigkeit nicht minder eine Zusammenballung zu
größeren Mengen erfahren, ehe sie in Europa verarbeitet