80 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
ziehen, weil nur die Eigenart der kapitalistischen Organi—
sation es ermöglicht, jene Scharen billiger Arbeitskräfte der
gewerblichen Produktion in ausgiebiger Weise dienstbar zu
machen. Was ihre Beschäftigung in der Mehrzahl der Fälle
zur Voraussetzung hat, ist nämlich 1. die nur bei einer
Produktion in großem Maßstabe durchführbare Differenzie—
rung der Arbeitsverrichtungen; 2. die Möglichkeit, die Ar—
beitskraft zu beschäftigen, ohne mit ihr eine Ortsveränderung
vorzunehmen. Es ist ersichtlich, daß beide Voraussetzungen
von der kapitalistischen Unternehmung und nur von dieser
erfüllt werden. Wir lernten bereits als einen der Vorzüge
dieser Wirtschaftsform ihre Fähigkeit kennen, durch Ein—
stellung hochqualifizierter Arbeitskräfte einen Produktions—
effekt zu erzielen, der in qualitativer Hinsicht denjenigen des
Handwerkers weit hinter sich läßt. Ich wies aber damals
schon darauf hin, daß diese Heraushebung besonders leistungs—
fähiger, somit auch in der Regel besonders teuerer Arbeits—
kräfte aus dem allgemeinen Arbeiterpöbel eine notwendige
Ergänzung finden müsse in der Verbilligung der übrigen
Arbeitsleistungen. Widrigenfalls würde die kapitalistische
Unternehmung unter der Verteuerung der Arbeitskraft zu
leiden haben, was ihr leicht Unannehmlichkeiten im Kon—
kurrenzkampf bereiten könnte. Was sie vielmehr zu erreichen
trachten muß, ist dies: daß ihr der Aufwand für die gesamte
Arbeitskraft trotz Verteuerung einzelner Arbeitskräfte nicht
teuerer zu stehen kommt, als demjenigen Konkurrenten,
(Handwerker), der die Qualitätsarbeiter nicht beschäftigt.
Der Preis der abstrakten Arbeitskraft, wie man den, Durch—
schnittslohn“ der in einem Etablissement beschäftigten Ar—
—DVOO
Arbeitskräfte nicht gesteigert werden. Dieses Ziel zu erreichen,
helfen dem Kapitalisten nun die sich anbietenden Spottpreis—
arbeiter. Durch Auflösung des Produktionsprozesses in seine