82 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

Haben wir bisher die Fähigkeit der kapitalistischen Unter—
nehmung kennen gelernt, sich besser dem Artcharakter des neuen
Arbeitsangebotes anzupassen, so müssen wir nunmehr eine
gleiche Überlegenheit dieser Wirtschaftsform dort konstatieren,
wo es sich um Anpassung an die eigentümlichen Orts—
verhältnisse auf dem gewerblichen Arbeitsmarkte unserer
Tage handelt. Wirdrückten dies so aus: die kapitalistische Unter—
nehmung habe die größere Fähigkeit, die Arbeitskräfte zu be—
schäftigen, ohne sie zu einem Ortswechsel zu zwingen. Das
heißt: sie geht der Arbeitskraft nach und vermag sich deren
Existenzbedingungen völlig anzuschmiegen. Das geschieht bei—
spielsweise dort, wo eine Fabrik in Gegenden angelegt wird,
in denen billige Arbeitskräfte aus irgend einem Grunde in
größerer Anzahl sich vorfinden, etwa weibliche, weil sich
eine Männerindustrie (Maschinenfabrikation, Bergbau) da—
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Was ich aber recht eigentlich hier im Auge habe, ist
noch etwas anderes; es ist die Fähigkeit der kapitalistischen
Unternehmung, überhaupt auf einen eigenen Standort für
ihre Produktion zu verzichten, d. h. von der Anlage einer
selbständigen Arbeitsstätte absehen und den Produktions—
prozeß in die Werkstätte oder die Wohnung des Arbeiters
verlegen zu können. Es ist bekannt, daß dieses der Fall
ist bei der hausindustriellen Organisation. Mit dieser ver—
knüpft sich aber ein doppelter Vorteil für den Unternehmer.
Erstens kann er nun Arbeitskräfte, also in erster Linie
Weiber beschäftigen, die überhaupt nur zu haben sind, wenn
man ihnen das beneficium des „Arbeite zu Hause!“ beläßt:
die Mütter, die Gebrechlichen, die Schämigen, die Bequemen,
mit einem Wort: die Billigsten.
Zweitens aber kann er Arbeiter an Orten beschäftigen, an
denen sich die Gründung eines kompletten Produktionsunter—