36 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
Gültigkeit, wo es sich um die Intensifikation der Arbeit selbst
durch Beschleunigung des Tempos der Produktion
handelt. Daß hierdurch abermals beträchtliche Vorteile er—
zielt werden, liegt auf der Hand, und zwar wesentlich aus
denselben Gründen, die wir eben kennen lernten: je mehr
Produktionsakte in eine Stunde Arbeitszeit zusammengedrängt
werden, desto geringer ist die Belastung des einzelnen Stücks
mit Amortisations- und ähnlichen Kosten. Desto geringer
ist aber auch in vielen Fällen seine Belastung mit Arbeits—
kosten. Zunächst nämlich überall dort, wo die Entlohnung
der Arbeitskraft im Zeitlohn erfolgt. Erhält der Arbeiter
für eine Stunde einen bestimmten Lohnsatz und produziert
er in dieser Stunde die doppelte Menge, so ist in deren
Einheit der auf die Aufwendung für Arbeitskräfte entfallende
Kostenbetrag auf die Hälfte reduziert. Aber auch wo in
Akkord gearbeitet wird, profitiert der Unternehmer. Es ist
eine bekannte Tatsache, daß der Stücklohn auf nichts anderes
im Effekt hinauskommt, als dem Durchschnittsarbeiter die—
jenige Vergütung zu verschaffen, die er auch im Zeitlohn
erhalten würde. Steigert sich die Intensität der Arbeit
(denn das bedeutet die Beschleunigung des Arbeitsprozesses),
—
sätze herabgesetzt werden. Das System des Akkordlohns
dient also geradezu nur dem Zwecke, durch Steigerung der
Arbeitsintensität die Arbeitskosten zu verringern.
Hat nun der Handwerker dieselbe Freiheit, den Arbeits—
prozeß zu beschleunigen, wie der kapitalistische Unternehmer?
In der Theorie ja. Ich sehe wenigstens keinen prinzipiellen
Hinderungsgrund. In Wirklichkeit aber wird es ihm nie—
mals gelingen, denselben Intensitätsgrad der Arbeit zu er—
reichen, wie die kapitalistische Unternehmung. Ich will gar
nicht einmal die Rüchksichtslosigkeit in Betracht ziehen, die
das Kapital seiner Natur nach in der Ausnützung der