94 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
Die Erfüllung der ersten, dieser beiden Bedingungen
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keiten, denen er bei Anwendung des materialvereinigenden
Verfahrens begegnet. Die Erfüllung der zweiten Be—
dingung ist ihm aber geradezu in der überwiegenden Mehr—
zahl der Fälle unmöglich.
Die Spezialisierung der Arbeitsverrichtungen im Rah—
men eines Betriebes, die wir zuerst ins Auge fassen,
ist, wie wir in anderem Zusammenhange schon feststellten,
an die Voraussetzung einer das Ausmaß handwerksmäßiger
Produktion fast immer überschreitenden Mindestgröße des
Betriebsumfanges geknüpft. Soll ein Arbeiter in den
Stand gesetzt werden, immer nur Stoff oder Leder zuzu—
schneiden, so müssen Dutzende anderer Arbeiter vorhanden
sein, die den zugeschnittenen Rohstoff zu Kleidern oder
Stiefeln verarbeiten. Schon die Anfänge einer Speziali—
sation erheischen eine Betriebsgröße, die mindestens als
sogenannter „Mittelbetrieb“ zu kennzeichnen ist und die
kleinkapitalistische Unternehmung zur notwendigen ökono—
mischen Basis hat. Was aber von der Spezialisierung
der Arbeitsleistungen gilt, gilt ganz ähnlich auch für die
Differenzierung der Funktionen der Produktionsmittel: auch
hier ist die Voraussetzung stets eine Mindestgröße des Be—
triebsumfanges.
Nun kennen wir aber die Spezialisation auch noch in
einer anderen Form, in der sie betriebstechnisch im Rahinen
eines kleinen Betriebes sehr wohl möglich ist und tatsächlich
auch geübt wird: als Spezialisation zwischen Be—
trieben. Überall aber, wo wir von solchen kleinen
Spezialbetrieben hören, wie in der Berliner Tischlerei, in
der Schneiderei, handelt es sich bei genauerem Hinsehen
schon gar nicht mehr um Handwerksbetriebe, sondern ent—
weder schon um hausindustrielle oder mindestens kapital—