—6 Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
handelt. Denn was hier noch einmal ausdrücklich kon⸗—
statiert werden soll: daß dem Handwerk die Anwen—
dung gerade dieses entscheidend wichtigen Förde—
rungsmittels versagt ist, ist etwas, das wir auf Schritt
und Tritt im Verlauf der gesamten Darstellung zu bemerken
Gelegenheit gehabt haben.
Im Grunde ist es ja eine Tautologie, zu sagen: das
Handwerk kann nicht wissenschaftlich, kann nicht rationell
produzieren. Denn alles, was technische und ökonomische
Rationalistik heißt, ist von Natur dem Wesen des Hand⸗
werks fremd, das ja vielmehr in der Empirie seinen be—
zeichnenden Ausdruck findet. Sieg der Rationalistik bedeutet
also schon deshalb Besiegung des Handwerks. Auch wenn
die Anwendung des wissenschaftlichen Verfahrens nicht, wie
es der Fall ist, aus mancherlei äußeren Gründen im Rahmen
der handwerksmäßigen Organisation ausgeschlossen wäre.
Vor allem: das wissenschaftliche Verfahren bedeutet, wie
wir wissen, den steten Wechsel in der Gestaltung des Pro—
duktionsprozesses. Und solcher Wechsel ist dem Handwerker
seiner Natur nach unmöglich.
Ersichtlich kann nun aber auch das rationelle Verfahren,
überhaupt kann die Wissenschaft in der Produktion erst An—
wendung finden, wenn und soweit eine kunstvolle Organi⸗
sation an die Stelle des einzelnen Arbeiters oder einer
Summe von Arbeitern den Gesamtarbeiter setzt. Denn, wie
wir ebenfalls wissen, das wissenschaftliche Verfahren be—
ruht gerade darin, den Produktionsprozeß ohne Rücksicht auf
die Leistungsfähigkeit und Geneigthei der menschlichen
Organe in seine Bestandteile aufzulösen und die Teil—
prozesse in neuer Zusammenfügung zu einem Ganzen zu
verbinden. Da müssen nun so viel Träger der Teilverrich⸗
lungen, so viel Beaufsichtiger von Teilprozessen geschaffen
werden, wie es das Verfahren rationell erachtet, und diese