Gewerbepflege.
aber gehören vor allem zu dieser Spezies alle jene Maß—
nahmen, welche darauf gerichtet sind, die Güte des Nach—
wuchses der gewerblichen Produzenten zu heben.
Mit andern Worten alle Bestrebungen zur Pflege des ge—
werblichen Unterrichts.
Gemäß unserer differenzierten gewerblichen Organisation
bedürfen wir und besitzen auch in den modernen Kultur—
staaten ein ganzes System von gewerblichen Unter—
richtsanstalten; zunächst die Anstalten zur Ausbildung
der Produktionsleiter des technischen und kaufmännischen
Generalstabes unserer Produktionswirtschaften. Das waren
bisher die Technischen Hochschulen, denen sich jetzt in wachsen—
dem Umfange sehr zweckmäßigerweise Handelshochschulen
angliedern. Sodann bedarf es Anstalten zur Ausbildung
des gewerblichen Unteroffiziertums, wie sie in den gewerb—
lichen Mittelschulen, den Techniken usw. geschaffen sind. End—
lich brauchen wir Anstalten zur Ausbildung der qualifizierten
Arbeitskräfte selbst. Wir besitzen beispielsweise in Deutsch—
land solche Anstalten in den Gewerbeschulen, den gewerb—
lichen Fortbildungsschulen usw., wie sie eine ganze Reihe
größerer Städte in letzterer Zeit errichtet haben.
Im großen ganzen ist jedoch festzustellen, daß, wie gut
die Ausbildung der Offiziere und Unteroffiziere unserer
Produktionsarmee geregelt ist, ebenso unvollkommen noch die
Organisation der Ausbildung der Mannschaften selber ist.
Diese Ausbildung, die ja selbstverständlich vor allem eine
praktische Ausbildung sein muß, ruht nämlich noch heute
wie vor tausend Jahren in den Händen der Handwerks—
meister. Es gibt zwar vereinzelte Fälle, in denen groß—
industrielle Etablissements sich der Ausbildung von Lehrlingen
annehmen, sie bilden jedoch durchaus die Ausnahme. So
daß also auch der gesamte Nachwuchs der Qualitätsarbeiter
in der Industrie durch die Schule des Handwerks hindurch—

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