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Gewerbepolitik.

geht. Dieser Zustand ist nun zweifellos mit starken Unzu—
träglichkeiten verknüpft. Das Handwerk ist in seiner be—
drängten Lage gar nicht mehr wirtschaftlich imstande und
gewillt, die kostspielige Funktion einer gewissenhaften An—
lernung des jungen Nachwuchses vorzunehmen, zumal es
immer seltener wird, daß wohlhabende Eltern, die also in
der Lage sind, ein beträchtliches Lehrgeld zu zahlen, ihre
Kinder dem Handwerk zuführen. Tie Handwerker sind aber
auch technisch heute nicht mehr in der Lage, einen allseitig
ausgebildeten Lehrling heranzuziehen, weil sie, wie wir aus
den früheren Betrachtungen wissen, entweder reine Spezial—⸗
betriebe oder aber, was der häufigere Fall ist, Reparatur—
betriebe geworden sind. Wozu endlich noch kommt, daß
der ganze Geist der Produktion in der Sphäre des Hand—
werks selbstverständlich ein ganz anderer wie in der In—
dustrie ist. So darf es uns denn nicht wundernehmen,
wenn wir beobachten, daß die jugendlichen Arbeitskräfte,
die beim Handwerk in die Lehre treten, von diesen nicht in
erster Linie ausgebildet, sondern von vornherein als billige
Arbeitskräfte ausgenutzt, um nicht zu sagen ausgebeutet
werden.
Eine prinzipielle Anderung des gegenwärtigen Zustandes
erscheint deshalb im Interesse einer Erhaltung der Güte
unserer gewerblichen Produktion dringend geboten, denn
schon häufen sich die Klagen, daß der Mangel an tüchtigen,
zgewerblichen Arbeitern immer fühlbarer wird. Als die
zweckmäßigste Form der Heranbildung eines tüchtigen, ge—
werblichen Arbeiterstandes erscheint die von den Zufällig—
keiten individueller Arbeitsverhältnisse losgelöste öffentliche
Lehrwerkstätte, in der also auch die Konsequenzen der
Veränderung der Technik, Ubergang vom empirischen zum
wissenschaftlichen Verfahren einzig und allein in sachgemäßer
Weise gezogen werden können. Schon heute macht das