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Gewerbepolitik.

macher, wohl aber Weißgerber befinden. In diesen soll
den Weißgerbern diese Tätigkeit zufallen.“ (Nach Thilo
Hampke, Der Befähigungsnachweis. 1892.)

IV. Der Schutz gegen den Kapitalismus.

Das Ergebnis unserer Betrachtungen in den vorauf—
gehenden Sätzen war das, daß die Gewerbefreiheit im
Prinzip selbst für die handwerksmäßige Produktion heute
noch das richtige Organisationsprinzip sei. Wenn das aber
für das Handwerk gilt, so gilt es in erhöhtem Maße für
den gewerblichen Kapitalismus. Es unterliegi keinem Zweifel
und ist auch nie ernstlich bestritten worden, daß seinen Inter—
essen am besten gedient ist durch eine möglichst weitgehende
Gewerbefreiheit.

Ich habe an anderer Stelle die Gründe dargelegt,
weshalb dem so ist; aber auch der Allgemeinheit ist wohl
mit der gewerblichen laisser faire Politik einstweilen am
besten gedient, d. h. solange, bezw. insoweit sie noch nicht
imstande ist, die Produktion selbst in die Hand zu nehmen;
Ansätze dazu lernten wir kennen. Und wir können hinzu—
fügen, daß zweifellos aus diesen Ansätzen sich bedeutsame
Gestaltungen in der Zukunft horoskopieren lasfen.
Aber freilich ohne Schutzmaßregeln vermag die Ge—
sellschaft den Kapitalismus nicht zu ertragen, das hat die
Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte bereits zur Genüge
gelehrt und lehrt täglich die Erfahrung noch heute. Die
Kraft, die in der kapitalistischen Organisation steckt und die
erzeugt wird durch den schrankenlosen Erwerbstrieb ist eine
so ungeheure, daß sie, wo sie sich frei betätigt, rings um sich
herum Land und Menschen, Kultur und Gesittung, alles
einfach kurz und klein schlägt. Man muß deshalb diesme
wilden Tiere Zügel anlegen, damit es seine Kraft zwar be—