Gewerbliche Schutzpolitik. 119
tätigen, jedoch seiner Umgebung nicht durch allerhand Un—
arten schädlich zu werden vermag.
Was in viel weiterem Umfange und viel energischer als
bisher gegen die Verwüstungen durch den Kapitalismus zu
schützen wäre, ist das Land, richtiger die Landschaft. Ich
denke hier an die Verunstaltungen, die unausgesetzt durch
die Anlage gewerblicher Etablissements den schönsten Gegen—
den unseres Landes zuteil werden; an den Mißbrauch ge—
weihter Stätten zu Reklame- und anderen Geschäftszwecken,
denke aber vor allem auch an die Verwüstung der Wälder,
wie sie als eine notwendige Folge der rein geschäftlichen
Ausnutzung des Waldes eintreten muß. Wenn man heute
über den Holzlagerplatz einer Parkettfabrik geht und sieht
hier die hundertiährigen Eichen in massenhafter Menge auf—
gestapelt, aus denen dann die Parkettbrettchen für unsere
elenden Stadtwohnungen gefertigt werden, so fragt man
sich, ob es denn überhaupt noch in ein paar Jahrzehnten,
wenn die letzten alten Waldbestände beseitigt sind und alles
in eine kümmerliche städtische Kultur umgewandelt ist, ob
es sich dann überhaupt noch der Mühe lohnt, weiter zu
leben, denn diese UÜberführung des Eichbaumes in die
Mietskaserne, ebenso wie die Transsubstation des Fichten—
stammes zum inhaltslosen Zeitungsblatt ist gleichsam nur
ein Symbol für den großen Entwicklungsgang, den unsere
Zeit durchgemacht hat.
Häufiger als der Landschutz ist schon heute der Menschen—
schutz. Was gegen den Kapitalismus zu schützen ist, sind
zunächst einmal in gewissen Grenzen die Konsumenten.
Das ist heute schon anerkannt dort, wo wie in Deutschland
und anderen Ländern es eine Gesetzgebung zur Verhütung
der Nahrungsmittelverfälschung, eine Gesetzgebung zur Ver—
hinderung des unlauteren Wettbewerbes concurrence déloyale
 usw. gibt. Es ist möglich, daß der Konsumenten—