Gegenden, in denen andere Haustiere nicht gedeihen können, hält seit alters Renntiere, von denen grosse Herden vorhan- den sind (Abb. 21). Die Renntiere müssen im Freien — zur Winterszeit unter dem Schnee — ihre Nahrung in der spärlichen Vegetation suchen, die die Natur darbietet. Die wichtigsten Produkte der Renntierzucht sind Fleisch und Häute. Diejenigen, die mit Sorgfalt sich dieser Haustier- zucht widmen, können davon ihren Unterhalt haben. Gegenwärtig wird die Anzahl Renntiere auf etwa 200,000 St. geschätzt. MOLKEREIGEWERBE. Die Veredelung der Kuhmilch zu Butter und Käse ist seit Jahrhunderten ein wichtiges Glied der schwedischen Landwirtschaft, und heutzutage hat diese Veredelungstätig- keit in grosser Ausdehnung eine solche Form und einen sol- chen Umfang angenommen, dass sie mit Recht eine Verede- lungsindustrie genannt werden kann. Im vorhergehenden ist angeführt worden, dass die Jahres- erzeugung von Milch auf 4 Millionen Tonnen geschätzt wird. Hiervon wird natürlich ein bedeutender Teil an Ort und Stelle im menschlichen Haushalt sowie zur Auf- zucht von Kälbern usw. verbraucht. Der übrige und weit überwiegende Teil wird teils direkt als Verbrauchsmilch und teils in durch das Molkereigewerbe veredelter Form als Sahne, Butter und Käse abgesetzt. Noch bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts hinein geschah die Herstel- lung von Butter und Käse fast vollständig auf den Grund- stücken, wo die Milch produziert wurde. Erst mit der Er- findung des Separators wurde ein grösserer Molkereibetrieb in industriellem Stil möglich, wenigstens inbezug auf ande- re Produktion als die von vollfettem Käse. Nachdem die Voraussetzung für einen Grossbetrieb im Molkereiwesen einmal vorhanden war, dauerte es nicht lange, bis grössere und kleinere Molkereien zustande kamen und die Hausveredelung der Milch ziemlich allgemein auf- gegeben wurde (Abb. 22). Zu dieser Veränderung hat auch 10