Zur Einführung der Schriftenreihe:

Finanzrechtliche Zeitfragen

Schon 1869 hat Eugen Richter darauf hingewiesen, daß
allgemein verbreitete Kenntnis über die Finanzverhältnisse
des Staats die Grundbedingung einer gut arbeitenden parjamentarischen
 Regierung sei. Heute gilt dies mehr denn je.
Eine Fülle neuer Probleme finanzrechtlicher Art ist durch den
Weltkrieg und seine Folgen aufgetaucht. Nach Annahme des
Young-Plans, dessen Auswirkungen weit verzweigt sind, bilden
 Finanzfragen geradezu Lebensfragen des deutschen Volks
und der gesamten Weltwirtschaft. Der jegige Zeitpunkt erscheint
 daher besonders geeignet, mit dieser Schriftenreihe hervorzutreten.
 Sie bezweckt, das noch verhältnismäßig wenig
searbeitete, für Gegenwart und Zukunft bedeutsame Gebiet
des Finanzrechts, das man als angewandte Finanzwissenschaft
vezeichnen kann, weiteren Kreisen zu erschließen, wobei das
Steuerrecht mit seiner Eigenart und seinem Eigenleben als selbständige
 Wissenschaft nicht mitumfaßt werden soll. Die Sammlung
 will so dem praktischen Bedürfnisse dienen, über die
wichtigsten Finanzprobleme sich aus gemeinverständlich gehaltenen
 und kurzen Darstellungen berufener Sachkenner
schnell und zuverlässig zu unterrichten.

Berlin, im März 1930.

Der Herausgeber:
Dr. Schulgenstein
Staatsfinanzrat