Dawesplanes aufzuheben seien. Durch wiederholte
 Besuche bei den Regierungen der Gläubigermächte
 hatte Parker Gilbert den Boden für die
Revision des Dawesplanes weiter vorbereitet.
Seit dem Genfer Uebereinkommen vom September
 1928 nahmen die Besprechungen Parker Gilberts
 mit den Regierungen in London und Paris
festere Form an, und seinen Bemühungen ist es
auch zu danken, daß schließlich für die Einberufung
 der Sachverständigen eine Formel ge-[unden
 wurde, auf die sich alle Beteiligten einigen
konnten. Auch die Schwierigkeiten, die sich der
Beteiligung Amerikas an der Sachverständigenkonferenz
 und der Uebernahme des Vorsitzes
durch einen amerikanischen Sachverständigen zunächst
 entgegen stellten, hat Parker Gilbert damals
 persönlich in Washington ausgeräumt. Die
Sicherheit und die Tatkraft, mit der Parker
Gilbert alle diese verantwortungsvollen Schritte
übernahm, lassen darauf schließen, daß er nicht
nur aus seinem eigenen Studium der deutschen
Verhältnisse, sondern auch in seinem Verkehr mit
deutschen Kreisen einen Rückhalt dafür gefunden
haben muß, daß der Zusammenkunft der Sachverständigen
 ein Erfolg beschieden sein werde,
d. h. daß zwischen den Forderungen der Gläubiger
und der Zahlungsbereitschaft der Deutschen ein
für beide Teile annehmbarer Ausgleich gefunden
werden könne.

Die Möglichkeiten für eine endgültige Regelung
 der Reparation durch die Sachverständigen
in Paris ließen sich von vornherein mit ziemlicher
Bestimmtheit abgrenzen. Jedermann wußte aus
den verschiedenen Reden von Poincare, aber
auch aus der offiziellen Antwort der französischen
Regierung auf die deutsche Anregung zur Konferenz
 der Sachverständigen, daß Frankreich außer
der Entlastung von seiner eigenen ausländischen
Kriegsschuld noch eine Entschädigung von
Deutschland fordern würde, die groß genug sein
müsse, um Frankreichs innere Kriegsschäden zu
ersetzen. England stellte sich nach wie vor auf

u 1