12 Generaldirektor Robert Nortmann, Berlin:
Abstinenzbewegung gegründeten Deutschen Brauer- nit aller Einsicht und notfall&lt; auch mit allem Nach-Union.
 Der bisherige Präsident, Geh. Kommerzienrat Iruck bearbeitet werden.
F. Henrich in Frankturt a. M., der 35 Jahre lang den Besonders erwähnt zu werden verdient die Tätig-Bund
 geleitet hatte, trat von seinem Amte zurück. ceit des Deutschen Brauer-Bundes in der für die
Das Präsidium wird seither durch zwei gleich- S3rauindustrie so überaus schwierigen Kriegs- und
berechtigte Präsidenten gebildet, von denen der eine wTsten Nachkriegszeit. Eine großzügige, erfolgreiche
die ehemalige norddeutsche Brausteuergemeinschaft, ’rganisation zur Bewältigung der damals aufder
 andere die süddeutschen Brausteuergebiete ver- A2uchenden, schier unlösbar scheinenden Probleme,
tritt. Diese beiden Präsidenten werden in der Leitung 1sbesondere zum Zwecke der Versorgung der Indes
 Bundes durch stellvertretende Präsidenten iustrie mit Braugerste und Malz, entsprang der perunterstützt.
 ;önlichen Initiative des Herrn Präsidenten Funke.
Dem Präsidium steht der Geschäftsführende Vor- Als Spitzenorganisation, als führender Fachstand
 hauptsächlich bei der Entscheidung über finan- ’erband zur Vertretung ihrer allgemeinen Interessen
zielle Fragen zur Seite. . 1at heute der Deutsche Brauer-Bund die un-Ein
 weiteres wichtiges Organ des Brauer-Bundes ’6Strittene Führung in der Brauindustrie,
ist der Große Ausschuß, der zu einem kleineren Teile In zweiter Linie stellt er daneben auch die Spitze
aus stimmberechtigten Mitgliedern, zum größeren ler Arbeitgeberverbände der deutschen Brauindustrie
aus beratenden, von den Verbänden abgeordneten lar. Im seiner Tarifabteilung bearbeitet er alle die
Vertretern besteht. Dieses große Gremium, in weitest- esamte Brauindustrie betreffenden Arbeitgebergehendem
 Maße auf parlamentarischem System auf- nd Tarifvertragsiragen. Der Abschluß von Tarifgebaut,
 tritt viermal im Jahre zur Beratung über alle 'erträgen ist jedoch, abgesehen von dem allgemeinen
die Industrie angehenden Fragen zusammen. Der _’raumeistertarif, den Lokal- und Bezirksverbänden
Große Ausschuß bildet somit das unmittelbare und erlassen.
stärkste Bindeglied zwischen dem zur Führung be- Bildet danach der Deutsche Brauer-Bund das Dach
rufenen Präsidium und den zahlreichen, vielgestal- ‘es Hauses, in dem die Organisationen der deutschen
tigen Brauerei-Verbänden. 3rauindustrie wohnen, so schließen sich in dem dar-Die
 Mitgliederversammlung, die gesetzlich vor- inter liegenden ersten Stockwerk vier regionale Vergeschriebene
 Vollversammlung aller Mitglieder, hat ’ände an, deren Entstehen und Bestehen auf
in der Hauptsache nur die Aufgabe, die bei Vereinen lie politische Entwicklung Deutschlands zurückäblichen
 Regularien zu erledigen. Dabei sei erwähnt, uführen ist:
daß sich der Brauer-Bund auf der Einzelmitglied- Der Schutzverband der Brauereien der ehemaligen
schaft deutscher Brauereien aufbaut. Zwar sind ihm 3rgusteuergemeinschatt E.V. in Berlin, der Bayeseit
 dem Jahre 1917 auch fast alle in Betracht kom- oe Brauerbund e.V. in München, der Württemmenden
 Brauereiverbände korporativ angeschlossen, . | . 5
aber sein eigentliches Fundament bildet. wie gesagt, ergische Brauerbund e.V in Stuttgart und die Zendie
 Finzelmitgliedschaft, "alstelle der badischen Brauindustrie in Karlsruhe,
; Seit 1911 steht an der Spitze des Bundes Direktor Die Bismarcksche Verfassung schuf in Hinsicht
Rudolf Funke in Berlin, dem bis 1913 Geh. Kom- uf die Besteuerung von Bier und Branntwein im
merzienrat Friedrich von Mildner und bis 1926 Geh. eiche fünf Gebiete, das sog. Gebiet der Brausteuer-Kommerzienrat
 Hans Humbser in Fürth als Mit- emeinschaft, die drei süddeutschen Reservatstaaten
präsidenten beigeordnet waren. Nach Humbsers Tode nd die Reichslande. Dementsprechend hat sich auch
trat an seine Stelle Geh. Kommerzienrat August 1 dieser Stufe die Gliederung der deutschen Brau-Pschorr
 in München. Unter Funkes und seiner Mit- 1dustrie vollzogen.
präsidenten zielbewußter, energischer Führung hat Der größte dieser
sich der Deutsche Brauer-Bund zu einem der an- regionalen Verbände
gesehensten Spitzenverbände unseres heutigen Wirtschaftslebens
 entwickelt. Während vor dieser Zeit
der Brauer-Bund nur von Fall zu Fall tätig wurde,
gehören heute zu seinem Tätigkeitsgebiete alle die
deutsche Brauindustrie betreffenden auf wirtschaftlichem
 und sozialem Gebiete liegenden Fragen, die
unter Führung des Präsidiums und Mitwirkung entsprechender
 Ausschüsse durch einen Stab von Mitarbeitern
 in der Geschäftsführung stets unter Abwägung
 nicht nur der allgemeinen Interessen der
Brauindustrie, sondern auch der Allzemeinwirtschaft

st der Schutzverband der Brauereien der ehemaligen Brauteuergemeinschaft,
 dessen Gebiet ganz Deutschland in seiner
etzigen Ausdehnung mit Ausnahme von Bayern, Württemerg
 und Baden umfaßt. Der Schutzverband ist aus den sich
ür die norddeutsche Brauindustrie durch die steuerliche Geetzgebung
 des Reiches ergebenden Schwierigkeiten geboren.
Die mit dem Brausteuergesetz von 1906 verbundenen Kämpfe
;wischen Mittel- und Großbetrieben wegen der Höhe der
;teuerstaffel sowie mit den Abnehmern wegen Abwälzung der
;teuererhöhung führten im Jahre 1908 zu der Gründung des
ichutzverbandes unter Hinzuziehung der verwandten Gewerbe.
Diese Verbindung zwischen norddeutscher Brauindustrie und
len ihr verwandten Gewerben, die dem Schutzverband eine
sondere große Stoßkraft geben sollte. hat sich in der Folge-