Dr. H. Schulze-Besse, Berlin:
Brauereien im In- und Auslande, über neue behördiche
 Erlasse und Verordnungen, wie besonders auch
iber die Marktlage aller Roh- und Hilfsstoffe sind
Aufgaben, deren Erfüllung ihnen über die Kreise des
Gewerbes hinaus Beachtung und Ansehen verschafft
ı1aben. In der Praxis auftauchende Fragen {finden
lurch Beantwortung im Fragekasten die erwünschte
Klärung. Nicht zuletzt auch haben sich die Fachorgane
 stets angelegen sein lassen, die Übergriffe der
Abstinenzbewegung durch sachliche Kritik und Darbietung
 einwandfreien wissenschaftlichen und statistischen
 Materials in die Schranken zu weisen.
Von den Organen der deutschen Brauindustrie
arscheinen zwei täglich: in Berlin die „Tageszeitung
jür Brauerei“ und in Nürnberg die „Allgemeine
3rauer- und Hopfen-Zeitung“.
Die „Tageszeitung für Brauerei“ ist Eigentum des
Vereins „Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in
Berlin“ und wird in ihren Bestrebungen getragen
vom deutschen Braugewerbe. Die „Tageszeitung“
erscheint seit dem 1. Januar 1903. Sie verdankt ihre
Begründung der Initiative des damaligen Vorsitzenlen
 des Wirtschaftlichen Ausschusses der V.L.B.,
Kommerzienrat Richard Roesicke. Unter der Leitung
des Vorstehers der Wirtschaftlichen Abteilung der
YV.L.B., Professor Dr. E. Struve, fand die „Tageszeitung“
 bald größere Verbreitung und allgemeines
Ansehen, zumal führende Persönlichkeiten aus Praxis
ınd Wissenschaft die Bestrebungen der Schriftleitung
durch ihre Mitarbeit unterstützten. Namentlich bei
den verschiedenen Biersteuervorlagen bekämpfte die
„Tageszeitung“ nachhaltig die dem Gewerbe zugedachten
 Belastungen. Nach dem Tode Professor
Struves im Jahre 1915 übernahm dann sein Nachfolger
 Dr. H. Schulze-Besse die Hauptschriftleitung,
und es gelang, auch unter den schwierigen Verhältıissen
 der Kriegs- und Nachkriegszeit das tägliche
Erscheinen des Blattes sicherzustellen, wie es für
die schnelle und zuverlässige Orientierung des Gewerbes
 über die vielen Einschränkungsmaßnahmen
und Notverordnungen besonders wichtig war. Um
lie Gewinnung von Absatzgebieten im Auslande
wirksam zu unterstützen, ging die „Tageszeitung“
dann dazu über, zuerst allmonatlich, dann seit 1928
zweimal im Monat Export-Sondernummern mit einem
iber die Grenzen Deutschlands Interesse findenden
technischen Inhalt herauszubringen. Als verantwortlicher
 Schriftleiter ist Dr. O0. Kirmse tätig.
Die Nürnberger „Allgemeine Brauer- und Hopfen-Zeitung“
 wurde im Jahre 1861 von Johann Carl in
dem mittelfränkischen Städtchen Roth am Sand als
‚Allgemeine bayerische Hopfen-Zeitung‘“ begründet.
Sie erschien zunächst zweimal wöchentlich und siedelte
 im Jahre 1866 nach der nahen alten Reichsstadt
Nürnberg, dem Sitz des deutschen Hopfenhandels,
über. Im Jahre 1880 wurde der Name dann in „Allzemeine
 Brauer- und Hopfen-Zeitung‘“ yeändert. Nach

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lem Tode des Begründers im Jahre 1897 übernahm
jessen Sohn Ferdinand Carl den Verlag und die
‚eitung der Zeitschrift. Seit dem 1. Januar 1898 erscheint
 das Blatt täglich und bietet neuerdings
nonatlich eine Exportsondernummer in erhöhtem
Jmfang. Als Hauptschriftleiter ist R. Gifhorn tätig.
Die allwöchentlich erscheinende „Wochenschrift
Üür Brauerei“ der Versuchs- und Lehranstalt für
3rauerei in Berlin wird von Professor Dr. F. Hay-Iuck
 herausgegeben und von Prof. Dr. W. Windisch
'edigiert. Die „Wochenschrift“ wurde im J ahre 1884
‚on Max Delbrück begründet und bringt das Brau-‚ewerbe
 betreffende wissenschaftliche Arbeiten, sie
sibt eine Übersicht über die neuen literarischen Fr-;cCheinungen,
 Patentschriften usw. und dient der
7raxis als Organ für Veröffentlichungen über inter--ssante
 Beobachtungen und Tatsachen auf technischvissenschaftlichem
 Gebiet. Seit 1926 ist die,,Wochenschrift“
 auch Organ der Münchener Wissenschaftichen
 Station.
Die früher im Verlage von R. Oldenbourg in
Aünchen herausgegebene „Zeitschrift für das geamte
 Brauwesen“ ist in der Nachkriegszeit an den
/erlag F. Carl übergegangen und wird den Beziehern
ıer „Allgemeinen Brauer- und Hopfen-Zeitung“ als
Zeilage dieses Blattes geliefert. Die „Zeitschrift für
las gesamte Brauwesen‘“ wurde im Jahre 1877 von
». Lintner begründet und hat ebenfalls mit ihren
'eröffentlichungen führender Wissenschaftler, vorviegend
 aus Bayern, Wertvolles für die Brauwissenıchaft
 geleistet.
In Berlin erscheint noch wöchentlich die 1876 von
ohannesson als „Norddeutsche Brauer-Zeitung“ be-‚ründete
 „Deutsche Brau-Industrie“. Inhaber und
/erleger der Zeitschrift ist Richard Schnürpel,
chriftleiter Max Knitter.
In Nürnberg begründete Kommerzienrat Kloß zuammen
 mit Professor Dr. E. Prior, dem damaligen
‚eiter der Versuchsstation für Bierbrauerei in Nürnerg,
 die jetzigen „Deutschen Brauer-Nachrichten“
nter .dem .Namen „Bayer. Brauer-Journal“, Die
‚erantwortliche Schriftleitung hatte bis 1903
)r. Wiegmann, dann Dr. Hans Wolfs, späterhin
Ir. Emil Werz und jetzt August Sieghardt. Später
vurde der Titel des Blattes in „Bayerische Brauer-Jachrichten“,
 dann „Süddeutsche Brauer-Nachichten‘““
 und endlich 1928 in „Deutsche Brauerlachrichten“
 umgeändert. Das Blatt ist Amtsorgan
ier Versuchsstation für Bierbrauerei der Bayerischen
andesgewerbeanstalt in Nürnberg.
Seit 1918 kommt in Landshut der 1916 zunächst
Is „Niederbayerischer Bierbrauer‘“ begründete
‚Bayerische Bierbrauer“ heraus. Das Blatt vertritt
rorwiegend die Interessen der bayerischen Mittelind
 Kleinbrauereien und wird mit Unterstützung der
ührenden Persönlichkeiten derselben von Dr. Alfons
'"ehle wöchentlich herausgegeben.