30_ Prof. Dr. Ecker, Weihenstephan:
Xonkurrenzkampf nicht mehr bestehen zu können.
Daraus erklärt sich der außerordentlich heftige
Kampf der Brauereien untereinander in den letzten
Jahren und die außerordentlich heitige Jagd nach
Kundschaft und Absatz. Die Wirte als die hauptsächlichsten
 Abnehmer der Brauereien nutzen natürlich
 diese Situation bestmöglich aus und suchen von
den Brauereien neben starken Nebenleistungen und
Preisnachlässen möglichst hohe Darlehen zu erreichen.
 Auf diese Weise stehen die Brauereien vor
der Wahl, entweder Absatzstätten und Bierabnehmer
in möglichst weitgehendem Maße zu finanzieren oder
sie zu verlieren und dadurch ihre Betriebsausnutzung
weiterhin zu verschlechtern.
Was man demnach bei oberflächlicher Betrach-‘ung
 als Zeichen besonderer Prosperität des Brauyzewerbes
 betrachtet, ist bei tieferer Beurteilung
genau das Gegenteil.
Daraus ergibt sich auch, daß die Führung und
Leitung eines Brauereibetriebes heute ganz erhebliche
 Anforderungen an die verantwortlichen Personen
 stellt und daß der Frage der kaufmännischen
Brauereileitung die größte Aufmerksamkeit seitens
ler einzelnen Betriebe zu widmen ist.
Es ist unmöglich, im Rahmen einer kurzen Abhandlung
 das gesamte Gebiet des kaufmännischen
Brauereibetriebes auch nur skizzenhaft zu behandeln.
Im nachfolgenden soll daher nur das im Mittelpunkt
les kaufmännischen Brauereibetriebes stehende
Rechnungswesen und die unmittelbar damit im Zusammenhang
 stehende befriebswirtschaffliche Finanzpolitik
 besprochen werden. Es sind dies Fragenkomplexe,
 die, abgesehen von einigen längst veralteten
 und unbrauchbar gewordenen Arbeiten über
Brauereibuchführung, leider bis heute noch keine
eingehende systematische Behandlung in der Lite-:atur
 gefunden haben, so wichtig auch derartige
Arbeiten, wie überhaupt eine umfassende Darstellung
der Lehre über die kaufmännische Brauereibetriebs-‘ührung
 insbesondere für den praktischen Betriehsleiter
 wäre.

)leibt, als derartige Betriebe einzuschätzen, was erahrungsgemäß
 meist zu sehr hohen Verdienstsätzen
reschieht.

Die Frage der Organisation der Buchführung
vird sich niemals für alle Brauerei-7etriebe
 einheitlich beantworten
assen. Der Großbetrieb wird ganz andere Mögıchkeiten
 und Bedürfnisse in bezug auf die Buchührung
 haben, als der Mittel- und Kleinbetrieb, der
eine Brauereibetrieb wird in den Anforderungen an
lie Buchführung wiederum von anderen Gesichtsunkten
 auszugehen haben, als der gemischte Berieb,
 in welchem insbesondere die Brauerei mit
„andwirtschaft, Gastwirtschaft und sonstigen. Wirtichaftszweigen
 betrieben wird. Es ist demnach
neines Erachtens auch eine unmögliche Aufgabe, für
las Braugewerbe eine Einheitsbuchführung in dem
Sinne auszuarbeiten, daß sie für alle Brauereijetriebe
 passend wäre.
Für den gemischten Brauereibetrieb
jegt die Hauptaufgabe der Buchführung vor allem
larin, das Betriebsergebnis der Brauerei zu isolieren
ınd überhaupt die Rentabilität der einzelnen zu einer
Internehmung verbundenen Betriebszweige gerennt
 für sich darzustellen. Wenn man dazu beücksichtigt,
 daß es sich bei den gemischten Betrieben
 gewöhnlich auch um kleine oder mittlere
Irauereien handelt und daß insbesondere bei den
Jeineren Betrieben zumeist nicht sehr eingehend gechulte
 und durchgebildete Buchhalter zur Verügung
 stehen, so wird man an derartige Betriebe
zeine allzu hohen Anforderungen in bezug auf die
Juchführungsorganisation stellen. Es ist schon sehr
jel wert, wenn derartige Betriebe eine einfach
ırganisierte doppelte Buchführung in der Weise
ühren, daß jedem Betriebszweig ein eigenes Beriebskonto
 eingeräumt ist. Gewöhnlich wird für
liese Zwecke die amerikanische Buchführung vervendet,
 weil sie in diesen Fällen wegen der verhältusmäßig
 geringen Kontenzahl technisch möglich ist
ınd weil sie in bezug auf Führung der Bücher und
)berblick über die buchmäßige Entwicklung die geingsten
 Anforderungen an Buchhalter und Betriebssiter
 stellt,
Die typische Konfeneinteilung für derartige Buchührungen
 ist folgende:

1. Buchführung und Kalkulation in der Brauerei.
Daß eine ordnungsmäßige Buchführung für jeden
Brauereibetrieb, auch für die kleine Brauerei von
zrößter Bedeutung ist, braucht wohl nicht eigens
dyewiesen zu werden. Um so merkwürdiger ist es,
daß es auch heute noch kleinere Brauereien gibt
ohne ordnungsmäßige Buchführung. Es sind dies
zumeist dann auch jene Betriebe, welche den Konkurrenzkampf
 in der schärfsten Weise führen, weil
sie nicht rechnen und sich über die Grenze des Möglichen
 und für die Brauerei Erträglichen kein Bild
nachen. Auch in steuerlicher Hinsicht bringt aber
las Fehlen: der Buchführung erhebliche Nachteile,
weil den Steuerhbehörden dann nichts anderes übrig-1.

 Kassa,
2. Schuldner und Gläubiger,
3. Bank,
‘ Brauerei,
Gastwirtschaft,
Landwirtschaft,
Immobilien und Mobilien,
_. Zinsen und Steuern,
9. Privat.