I., 5. Der kaufmännische Brauereibetrieb.
Fventuell werden Schuldner und Gläubiger in zwei
Konten getrennt, wenn es sich um eine größere Anzahl
 von Kunden und Gläubigern handelt, und es
wird weiterhin noch ein Wechselkonto eingefügt,
wenn Wechselverkehr vorkommt,
Auf diese Weise werden die Ergebnisse der einzelnen
 Betriebszweige getrennt für sich ermittelt.
Fine weitere Zerlegung der Aufwendungen und Erträgnisse
 der einzelnen Betriebszweige findet jedoch
nicht statt.
Das Bestreben, den Mangel einer näheren Gliederung
 der Aufwendungen und Erträgnisse der einzelnen
 Betriebszweige zu beseitigen, führt dann von
hier aus zum Ausbau dieser Buchführung, und zwar
in folgender Weise:

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ation der Kosten und Erträgnisse des einzelnen
AYektoliters ergibt. Die Anforderungen, welche an
Jie Kontierung zu stellen sind, werden demnach in
liesem Fall von der Kalkulation aus bestimmt.
Nun ist aber
die Kalkulation in der Brauerei
an bisher sehr stiefmütterlich behandeltes Schmerzenskind.
 Es ist eine kaum glaubliche Tatsache,
laß die wenigsten Brauereien richtig kalkulieren
cönnen. Was an Kalkulationen in den Brauereien
rielfach aufgemacht wird, ist nichts weniger als
ichtig und den betriebswirtschaftlichen Anfordeungen
 entsprechend. Für eine richtige Brauereicalkulation
 dürften folgende Grundsätze aufzustellen
 sein:
a) Es hat so gut wie keinen Zweck, die Kalkulation auf
einen Durchschnittshektoliter abzustellen. Es müssen
vielmehr die einzelnen Biersorten getrennt für sich
kalkuliert werden, da die Kosten der einzelnen Biersorten
 und auch ihr Erlös sehr erheblich voneinander
abweichen.
b) Da es sich um eine Massenkalkulation handelt, wird
grundsätzlich die Divisionsmethode zur Anwendung
kommen müssen. Der hier maßgebende Divisor kann
aber nicht für die sämtlichen anfallenden Kosten ein
einheitlicher sein. Der Streit um den Divisor, wie er
sich insbesondere in Bayern während der Zeit der Kontrolle
 des Bierpreises durch die Landespreisstelle
herausentwickelt hat, geht auf vollständige Verkennung
der tatsächlichen Verhältnisse zurück, Es muß vielmehr
von vornherein eine Scheidung nach Produktions-, Aufbereitungs-
 und Vertriebskosten erfolgen. Die Produktionskosten
 sind mit der pfoduzierten Menge, die Aufbereitungskosten
 mit der aufbereiteten Menge und die
Vertriebskosten mit der vertriebenen Menge zu dividieren.
 Dadurch löst sich das Problem des Divisors bei
der Bierpreiskalkulation ganz von selbst.
Durch die vorgenannte Dreiteilung der Kosten wird
auch vermieden, daß Spezialkosten, welche nur eine
gewisse Biermenge belasten, auf die gesamte Produktion
 verteilt werden. Dies bezieht sich insbesondere
auf die Sonderkosten des Flaschenbieres sowie auch auf
Sonderkosten, welche im Vertrieb anfallen, etwa für den
Versand oder für Abgabe durch Depots und dergleichen.
SolldieBuchführung diesen kalkuatorischen
 Gesichtspunkten in vol-‚em
 Umfang und in zwangsmäßiger
?zolge Rechnung tragen, dann muß sie
n sehr komplizierter Weise aufrzebaut
 werden. Ein treffliches Beispiel einer
jerartigen Buchführungsorganisation hat Dr. Lönertz
n seiner für das Reichskuratorium für Wirtschaftüichkeit
 ausgearbeiteten

1) Zunächst kann lediglich am Ende des Jahres ein Auszug
 aus „Soll“ und „Haben“ der drei Betriebskonten
angefertigt werden. Voraussetzung hierfür ist nur ein
entsprechend deutlicher Text im amerikanischen
Journal. Soweit ein Revisor den Abschluß anfertigt,
wird er diesen Auszug bei Gelegenheit des Abschlusses
machen und kann dann auf diese Weise eine ins einzelne
 gehende Gewinn- und Verlustrechnung für die
einzelnen Betriebszweige herstellen. Auch eine Bierpreiskalkulation
 läßt sich dann auf Grund derartiger
Auszüge machen,
;) Der nächste Schritt des Ausbaues besteht dann darin,
daß der Betrieb selbst die sonst nur vom Revisor zu
fertigenden Auszüge laufend während des Jahres mitführt.
 Er verwendet dazu einfache Auszugsbogen, in
welchen die einzelnen Aufwendungen und Erträgnisse
in ähnlicher Weise untergeteilt werden, wie es bei einet
ausführlichen Kontierung der Fall ist. Dadurch hat der
Betrieb dann laufend ein Bild über die Entwicklung der
einzelnen Aufwendungen und Erträgnisse,
;) Werden an Stelle der Auszugsbogen für die einzelnen
Aufwendungen und Erträgnisse regelrechte Konten geführt,
 dann ergibt sich jene Buchführungsorganisation,
welche insbesondere in mittleren kombinierten Brauereien
 häufig zu finden ist, Das amerikanische Journal
dient hier mehr als Sammeljournal. Über demselben
steht dann das eigentliche Sachhauptbuch oder Betriebsbuch,
 in welchem eine sehr weitgehende Kontierung insbesondere
 der Aufwendungen für die Brauerei erfolgt.

FF
A

Im Großbetrieb und überhaupt im reinen
Brauereibetrieb
wird von vornherein auf eine eingehende Kontierung
des Brauereibetriebes Gewicht gelegt. Hier entsteht
demnach das Problem, in welcher Weise am zweckmäßigsten
 die Kontierung einer Brauereibuchführung
vorzunehmen ist. Dieses Problem wird in sachgemäßer
 Weise nur gelöst werden können einerseits
im Hinblick auf die kalkulatorischen Zwecke der
Buchführung, anderseits unter gleichzeitiger Beıchtung
 der ökonomischen Grenzen für die Rentabilität
 einer derartigen Kontierung.
Fine ideale Organisation der Brauereibuchführung
in der ausgebauten Form würde eine möglichste Anpassıng
 der Buchführung an die kalkulatorischen
Zwecke erfordern. Die Buchführung müßte in ihrer
Kontierung so durchgeführt sein, daß sich aus ihr
vewissermaßen zwangsläufig von selbst die Kalku-Einheitsbuchführung

 für die Brauerei
largestellt. Es wäre dringend zu wünschen, daß
liese Arbeit veröffentlicht und dadurch weitesten
&lt;reisen zugänglich gemacht wird.
Wie aber schon die flüchtige Durchsicht der
Arbeit von Dr. Lönertz zeigt, stellt eine derartig
rganisierte Brauereibuchführung außerordentlich
veitgehende Anforderungen an Betriebsorganisation,
Arbeitszeit und Geldaufwand. Es entsteht demnach