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_ebensunterhalt nicht verzichten können. Dadurch
&lt;ommen die Betriebe dann in die Zwangslage, daß
sie Dividenden verteilen müssen, obwohl sie nach der
äinanziellen Lage des Betriebes von einer derartigen
Verteilung unbedingt absehen sollten. Es ist kaum
ibertrieben, wenn man annimmt, daß auch heute
aoch etwa 90% der deutschen Gesellschaftsdrauereien
 ihre Dividenden nicht aus eigentlich verlügbaren
 Mitteln, sondern durch neue Schuldenaufnahme
 bezahlen. Für die Betriebsgesundung ist
dies ein außerordentlich ungünstiger Vorgang.
Soweit zwingende Rücksichten insbesondere gegenüber
 den Kleinkapitalisten, die an den Unternehmen
»eteiligt sind, vorliegen, wird man diese Maßnahme
'mmerhin verstehen und billigen müssen. Nicht aber
dürften Rücksichten auf Börsenbewertung und
öffentliche Beurteilung des Betriebes zur Ausschüttung
 möglichst hoher Dividenden veranlassen,
denn jeder vernünftige Beurteiler wird es einer Betriebsleitung
 hoch anrechnen, wenn sie in der
jewinnverwendung nach Möglichkeit Rücksicht
ıUummt auf die innere Betriebsgesundung.
Große Bedeutung kommt ferner auch der Frage
zu, auf welchem Wege die unbedingt
notwendigen
fremden Kapitalien zu beschaffen
sind. Dies ist besonders vom Standpunkt der
Liquidität der Betriebe aus bedeutsam. Wenn man
3inblick in viele Brauereibilanzen hat, muß man sich
vundern, daß es die Betriebe riskieren, dauernden
und auf längere‘ Zeit unvermeidlichen Fremdkapitaljedarf
 im Wege kurzfristigen Kredites zu beschaffen.
Dauernder Kapitalbedarf soll immer nur im Wege
langfristigen Kredites gedeckt werden. Der heutige
Zustand der Finanzierung in der größten Zahl der
Brauereien würde in dem Augenblick zur Katastrophe
 führen, in dem eine wesentliche Versteifung
auf dem Geldmarkt eintreten würde. Hier ist die
Frage der Betriebssicherung und Betriebsliquidität
sogar noch im Vorrang vor der Frage der Rentabilität
 zu beurteilen.
Diese Ausführungen dürften zeigen, wie wichtig
es für jeden Brauereibetrieb ist. die Finanzpolitik
auf einen
streng durchdachten Finanzplan
aufzubauen. Der Betriebsetat, der in Brauereien
aoch so gut wie nicht bekännt ist, ist eine dringende
Notwendigkeit für jeden, auch für den mittleren und
kleinen Brauereibetrieb. Dieser Etat, der am Anfang
des Jahres aufzustellen ist. soll die voraussichtlich

I., 5. Der kaufmännische Brauereibetrieb.

m Laufe des Jahres notwendigen Kapitalvervendungen
 festlegen und für deren Deckung sorgen.
Zr gibt dann neben der ständigen Kapitalbereitschaft
ıuch die Richtlinien an, nach welchen die Kapitalr‚erwendung
 während des Jahres zu erfolgen hat,
jamit unangenehme Überraschungen am Ende des
Jahres vermieden werden.

4. Zusammenfassung.

Aus vorstehender Abhandlung dürfte
sich ergeben, daß die Frage der kaufnännischen
 Betriebsführung heute
n der Brauerei eine ganz hervor--agende
 Rollespielt. Es konnte hier aller-{ings
 nur das eigentliche Rechnungswesen mit der
ınmittelbaren Auswirkung auf die Finanzpolitik der
3etriebe erörtert werden. Der kaufmännischen Beriebsführung
 in der Brauerei fallen aber noch sehr
veite darüber hinausreichende Arbeitsgebiete zu, die
ich erstrecken auf Einkaufspolitik, Betriebs- und
\rbeitsorganisation und insbesondere auf Verkaufsırganisation
 und Verkaufspolitik, Reklame, Preis-»olitik
 in bezug auf Ganterpreis und auf für die
3rauerei ebenso wichtigen Ausschankpreis, auf die
3Zehandlung der steuerlichen Betriebsprobleme usw.
Alles in allem ergibt sich, daß der
Zrauereileiter heute in ganz besonlerem
 Maße auch Kaufmann sein muß.
Ieute läuft der Brauereibetrieb nicht mehr von selbst,
ondern er kann nur zur Höhe geführt oder auf der
Jöhe gehalten werden, wenn er nach den Grund-:Äätzen
 kaufmännischer Betriebswirtschaftslehre gereführt
 und geleitet wird. Wie in der Mitte des
vorigen Jahrhunderts der technische Brauereibetrieb
lie Empirie als unzureichend und die wissenschaftiche
 Durchdringung als notwendig erkannt hat, so
st es jetzt auch höchste Zeit, daß auch die kaufnännische
 Betriebsführung sich von den großväterichen
 Methoden der Empirie abwendet und sich die
Irkenntnisse wissenschaftlicher Betriebswirtschaftsehre
 zu eigen und praktisch zu Nutzen macht.
Jeschwieriger die wirtschaftlichen
Verhältnisse in der Brauerei nicht
aur infolge des Konkurrenzkampfes
an sich, sondern insbesondere auch
durch den immer stärker auf diesem
Gewerbe lastenden. Steuerdruck
werden, desto zwingender wird diese
Forderung ganz von selbst an den
zaufmännischen Brauereileiter herantreten.


RR