L, 7. Die Rentabilität der Brauindustrie,

1%

Geschäfts-Jahr


Gebiet

Zahl‘ der | Aktienkapitalien | Reserven |  Gesamtkapital
untersuchten in in in
Aktienbrauereien | Mill. RM. Mill. RM. Mill. RM,

Ehemaliges Brausteuergebiet .....
Bayern 2... 0.0 .0.000000000000444
Württemberg . .. 0. 0.0.00000000004 4
Baden » . BR
Deutschland. ......

194
er

344,8
110,8
17,5
75

54,9
20,8
8.
6.5

489,9
161,8
29,8
41,1
799 6

1925/26

|

DC

“nf 3

|

Ehemaliges Brausteuergebiet . . . .
A
Württemberg . ...0.00.00-00000047 44
U
Deutschland. ... ...

186
67
18
1R

344,2 62,4 535,6
| 112,9 | 25,1 174,0
15,9 | 8,6 28,0
26,5 7A 42,7
780.3

‚926/27

1 &gt;

Ehemaliges Brausteuergebiet . ..
A
Württemberg ....... +
Baden . 2) .00000000000040404H
Deutschland. . .

90
5)
J°

864,0 68,1 805,8
| 119,2 98,8 | 259,4
19,0 4,5 50,7
29,1 ' 8,5 | 81,6
531.3 109.4 | 1197,5

1927/28

906

Aus dieser Zusammenstellung, die in den wichtigsten
 Kapitalpositionen ziemlich konstante Zunahmen
 zeigt, geht mit voller Eindeutigkeit hervor,
wie stark in der Brauindustrie das Mißverhälfnis
zwischen eigenen Mitteln und fremden Mitteln ist.
Es spiegeln sich darin die Kapitalnot sowie die
steuerlichen und wirtschaftlichen Hemmungen einer
gesunden Selbstfinanzierung innerhalb unserer deutschen
 Wirtschaft. Dies Mißverhältnis würde noch
ein unerfreulicheres Gesamtbild bieten, wenn es gelingen
 könnte, auch die entsprechenden Daten für
die nicht in Aktienform bewirtschafteten Brauereien
beizubringen. Daß dem aber so ist, zeigen nicht
nur die Klagen und der große Kreditbedarf der letztgenannten
 Unternehmungen, sondern auch zahlreiche
beim Deutschen Brauer-Bund vorliegende Bilanzen
sowie Buch- und Betriebsprüfungsberichte. Besonders
 auffallend ist dabei, daß gerade bei den
früher mit dem geringsten Anteil fremder Mittel
auskommenden Brauereien jetzt vielfach der größte
Bedarf an fremden Mitteln vorhanden ist. So haben
z. B. die badischen Aktienbrauereien im Jahre 1925/26
in ihrer Gesamtheit das günstigste Verhältnis
zwischen Eigen- und Fremdkapital ausgewiesen,
während inzwischen diese Relation von 83 : 17 auf
46 : 54 herabgesunken ist. Nicht zuletzt spiegelt sich
weiter in dieser Relationsentwicklung, mit welcher
Intensität die so erhebliche Mittel erfordernde
Rationalisierung innerhalb der Brauindustrie durchgeführt
 worden ist, um die großen Rückschläge aus
der für die Brauereien besonders schweren Zeit des
Krieges und der Inflation wieder wettzumachen,
wobei die ständig wachsenden Qualitätsanforderungen
 der Konsumenten weitere Impulse gaben.
Gleichzeitig kommt aber auch das steigende Ausnaß

 des Wettbewerbskampfes zum Ausdruck, das
n seinem Gefolge insbesondere ständig höher
verdende Darlehnsiorderungen des Gastwirtszewerbes
 an die Brauereien mit sich bringt.
Zur Abrundung des Bildes mögen hier noch einnal
 die Relationsverschiebungen zwischen Eigen-%apital
 und fremden Mitteln innerhalb der Brau-'ndustrie,
 nach Hauptbraugebieten geordnet, tabellarisch
 dargestellt werden:

1995/90

1927/28

ehemaliges Brausteuergebiet . . . .}
A
Nürttemberg ... 0.0... 4.44
Zaden. .. 02... 7
Deutlich ergibt sich, daß das Relationsverhältnis
n Bayern noch verhältnismäßig am günstigsten gedlieben
 ist.
Bedenklich erscheint aber in besonderem Maße die
?ntwicklung des Verhältnisses von Eigenkapital zu
remdem Kapital in der Brauindustrie, wenn man
lie Zusammensetzung des fremden Kapitals näher
‚etrachtet und findet, daß der Zuwachs an fremdem
Capital fast durchweg in Form kurzfristiger Mittel
or sich gegangen ist. Das zeigt im einzelnen die
ıachfolgende Prozenttafel:
Deutlich ist daraus zu ersehen, daß die Tendenz
zur kurzfristigen Verschuldung unter dem Druck der
-eparationswirtschaftlichen Belastung in den letzten
Jahren innerhalb der Brauindustrie nicht minder
ımfangreich geworden ist, wie in der ganzen
leutschen Wirtschaft überhaupt, ja noch verstärkt
wurde durch die wachsende Aufgabe, die den
Brauereien aus ihrer Stellung als Bankiers des Gast-