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Senator a.D. G. Schurig, Bremen:

zu 160 000 hl, und im Jahre 1913, dem letzten normalen
 Jahr vor dem Weltkrieg, wurde die stattliche
Zahl von 314 500 hl Bier überschritten. Während es
sich bei dem Durchfuhrbier aber vorwiegend um
Paßbier handelte, welches in erster Linie nach den
Vereinigten Staaten von Amerika und nach England
verschifft wurde, führten die Bremer Brauereien
in erster Linie Flaschenbier nach den tropischen
Ländern aus.
Ähnlich entwickelte sich die Hamburger Bierausfuhr.
 Auch über Hamburg wurden sehr bedeutende
 Mengen Bier exportiert, die zum großen
Teil aus den inländischen, vielfach bayerischen
Exportbrauereien stammten.
— Die Ausfuhr des bayerischen Bieres entwickelte
sich aus kleinen Anfängen. In der ersten Hälfte des
18. Jahrhunderts war es namentlich das fränkische
Bier, das den Ruf Bayerns als Biererzeugungsland
in die Fremde trug. Das älteste bayerische Exportvier
 war das Erlanger Bier. Die Erlanger Brauereien
yezeichnen sich daher nicht mit Unrecht als die
Pioniere des bayerischen Bierexports. Schon im
Jahre 1868 erzeugten die Erlanger Brauereien über
124000 hl, von denen 86 000 hl ausgeführt wurden.
Die Bierstädte Kulmbach, Würzburg und Nürnberg
entwickelten ihren Export später, und auch München
iritt erst in den siebziger Jahren des vorigen Jahrnunderts
 als Bierausiuhrstadt stärker in Erscheinung.
Die bayerische Bierausfuhr nahm aber bald einen
schnellen Aufschwung. Sie hat Jahrzehnte hindurch
weit über die Hälfte der gesamten deutschen Bierausfuhr
 bestritten und mit einigen Markenbieren des
übrigen Deutschlands den Ruhm des deutschenBieres
im Auslande begründet. Noch heute sind bayerische
Brauereien auf fast allen Märkten vertreten. Die
Entwicklung der bayerischen Bierausfuhr in den
:inzelnen Zeitabschnitten der Vorkriegszeit wird
durch folgende Zahlen illustriert:
Tahr: Ausfuhr ins Zollausland:
875 67 926 hl
‚880 80721 hl
1885 179837 hl
1890 190 485 h!
895 302 039 *
SOC 207 060
‚905 Y4Er 7SE
1910 489226 ul
1912 485 181 hl

ırauereien, in den Jahren von 1870 bis 1913 ihre
\usiuhr fast zu verdreifachen. Die Entwicklung der
leutschen Bierausfuhr in diesen Jahren wird durch
lie nachstehende Tabelle gekennzeichnet:
1870: 2342172 hl
1880: 532805 hl
1890: 2388425 hl
1900: 554510 hl
1910: 627280 hl
1913: 0941 342 Hl.

Der Weltkrieg mit seinen Folgeerscheinungen und
lie jahrelange handelspolitische Absperrung Deutschands
 in der Nachkriegszeit haben dem Bierexport
schweren Schaden zugefügt. Nur langsam gelang es
len deutschen Exportbrauereien, verlorengegangene
Absatzmärkte ganz oder teilweise zurückzugewinnen,
&gt;der neue Absatzgebiete zu erschließen.
Die Stellung Deutschlands auf dem Weltmarkt in
ier Vor- und Nachkriegszeit im Vergleich mit den
ibrigen Bierausfuhrländern wird durch nachstehende
Zahlen veranschaulicht:
Weltbierausfuhr (in Hektolitern)

Ausfuhrland

1013

"1996

1927 1028

568 218
569 757
259 645
126 259
162 210
22914
11 090
24 270
73831
L87 0379
20.000
Gesamt: |3 014.392 |1 808 561 11859846 12025 231
3 Ausfuhr Österreichs-Ungarns.
2) Ausfuhr 1914.
3) Fiskaljahre (1. April bis 31. März)
*) Schweiz, Österreich, Spanien, Portugal, Ägypten, Brit.-Südafrika, Stid-‚merikanische
 Staaten u. A.

Die Aufstellung läßt erkennen, daß die Bierausfuhr
der Hauptexportländer auf dem Weltmarkt im Ver-1ältnis
 zur Vorkriegszeit bedeutende Veränderungen
srfahren hat. Der deutsche Anteil beträgt nach wie
vor etwa ein Drittel der Gesamtausfuhr. Doch treten
gegenüber der Vorkriegszeit Frankreich, Holland
ınd andere Länder als Bierexportländer stärker
n Erscheinung. Eine Sonderstellung nimmt die
"schechoslowakei ein, deren Bierausfuhr zum
‚rößten Teil von Deutschland aufgenommen wird.
/on einer Bierausfuhr von 259 645 hl im Jahre 1928
:ntfielen auf die Ausfuhr nach Deutschland 205 844 hl.
Neben der Konkurrenz neu in Erscheinung
retender Exportländer wird die Entwicklung der
leutschen Bierausfuhr beeinträchtigt durch die Erichtung
 von Brauereien in Ländern, die vor dem
Zriege ihren Bierbedarf fast ausschließlich durch
}infuhr deckten. Daneben setzen erhöhte Zölle und
fandelshemmnisse anderer Art den Bemühungen der
{eutschen Ausfuhrbrauereien nach Erhaltung und

Neben den in Bayern und Norddeutschland bejegenen
 Exportstädten haben namhafte und bekannte
Exportbrauereien in Rheinland-Westfalen, Berlin,
Mitteldeutschland usw. gegen Ende des 19. Jahrhunderts
 steigenden Anteil an der deutschen Bierausfuhr
 gehabt.
Wenn die Steigerung ‚der deutschen Bierausfuhr
mit - der Ausfuhrsteigerung anderer deutscher
Exportwaren, die‘ nach der Gründung und wirtschaftlichen
 Erstarkung des Reichs schnelleren Eingang
 auf dem Weltmarkt fanden, nicht immer Schritt
hielt. so gelang es doch den deutschen Expnort-