1l., 2. Das deutsche Brau- und Mälzereigewerbe und der heimische Braugerstenbau. . 63
um konkurrenzfähig zu bleiben, nicht nur gutes Malz, 'md Ausgeglichenheit der Körner sind die gleichen,
sondern viel gutes Malz gewinnen. lie auch der Landwirt an das Saatgut stellen wird,
Die Verwendung des Rohstoffes für Zwecke der 50 daß sich also nach dieser Richtung hin Saatgut
Mälzerei bedingt vor allem eine gesunde Beschaffen- 1ınd Qualitätsgerste die Hand reichen.
heit des betreffenden Postens, die in einem frischen, Betrachtet man auf den deutschen Braugerstenstrohigen
 Geruch und in einem vorsichtigen Drusch ‘usstellungen in Berlin die dort ausgestellten Muster
zum Ausdruck kommt und hierdurch die Gewähr us allen Anbaugebieten, so fällt ihre gute Herbietet
 für eine normale Keimkraft und Keimfähigkeit, 'ichtung durch sorgsame Putzung vornehmlich auf
die etwa mit 96 % keimkräiftiger Körner bemessen nd es ist eine Freude zu sehen, wie der ganze Einwird.
 Nicht die zerschlagenen halben Körner sind Iruck der Proben schon nach rein äußerer Befür
 die Verarbeitung auf der Tenne gefährlich, sie rachtung ein vorzüglicher geworden ist. Was aber
sind durch die Putzmaschine jederzeit restlos zu ent- ür Ausstellungszwecke als notwendig und zweckfernen
 und können der Ausputzmenge zugeschlagen näßig für einen Erfolg bereits längst erkannt worden
werden; was aber bedenklich ist, sind die durch st, sollte in jedem Falle mehr als bisher auch für die
zu scharfen Drusch gekappten, in der Spitze auf- erkaufsvorbereitung Geltung besitzen und begerissenen
 und nicht selten zum Teil ganz ent- bachtet werden.
spelzten Körner mit abgeschlagenen oder stark ver- Gingen diese erwünschten Eigenschaften konform
letzten Keimlappen; sie lassen sich auch durch die nit den‘ Anforderungen an ein Körnersaatgut, so
besten Reinigungsvorrichtungen nicht entfernen, ver- bilden Farbe, Spelzenbeschaffenheit und Eiweißgehalt
fallen leicht der Überweichung im Quellstock und WVertmomente, die speziell für die Braugerste in Besind
 die Träger einer während der Vermälzung auf ‚racht kommen. — Was nun zunächst
der Tenne sich einstellenden Schimmelvegetation, die .
) . die Farbe
dann auch auf das gesunde Korn übertragen und {ff h ar:
weiter verbreitet wird, ohne daß besondere Abwehr- ein! t, so hat der Gerste bauende Landwirt hierauf
ma Bnahmen dasszen: möglich sind ceinen Einfluß; die Farbe ist ausschließlich von den
Es wird hiernach jeder Gers in roduzeut selbst NVitterungsverhältnissen abhängig und richtet sich
N D ıach dem Jahrgang. Immerhin ist es aber sehr wohl
ermessen können, daß Gerstenposten, wenn sie auch da a . : .
. u x. nöglich, auch in Jahren mit unsicherem Erntewetter
sonst alle Merkmale einer guten Qualität besitzen, li LH de .
. U . Mn ie Farbe vor den Einflüssen ungünstiger Witterungsdoch
 allein schon durch einen nicht sachgemäßen tan Mn ;
. . zerhältnisse durch Puppen zu fünf Garben und Be-Drusch
 um ihre guten Braueigenschaften gebracht 1 Bank . x ,
N na . ecken derselben mit einer mit den Ähren nach unten
werden können und für die Malzherstellung nicht mehr . . .
er zerichteten Sturzgarbe recht wirksam und weitvoll
 verwendungsfähig sind, sofern derartige Drusch- - . was
. . zehend zu schützen. Die Mehrkosten und die Mehrverletzungen
 schon einen in Betracht kommenden . N . .
; . . ırbeit dürften kaum in Frage kommen, da diese
Umfang annehmen. Vornehmlich in trockenen t hode i Ioh en .
Jahren, wenn die Kornhülse schon an und für sich Irntemethode immer lohnend sein wird und auch bei
recht © ken und spröde geworden ist, gewinnt ein ıngünstiger Witterung die Gewinnung einer gesan
 ders vorsich er Dr üoch große Be dentune ; sunden und unter den vorliegenden Verhältnissen be-;
 ) sond eschützten Braugerste ährleistet.
Weiter sind für den Brauer und Mälzer behufs un- HOEES ROSCHN “ x BErSIE BEWA SIE
gestörter, gleichmäßiger Verarbeitung, die sich in Die Feinheit der Spelze,
einer gleichmäßigen Wasseraufnahme in der Weiche lie Brauer und Mälzer sehr schätzen, die in den
und in einem gleichmäßigen Wachstum bzw. in einer einen Querriffelungen und Querfältelungen der Hülse
gleichmäßigen Auflösung auf der Tenne kundgibt, :ıum Ausdruck kommt, zugleich auch ein gewisses
eine gute Ausgeglichenheit und Gleichmäßigkeit der Kriterium darstellt für ein abgeschlossenes günstiges
Körner von Wichtigkeit, Daß es sich hierbei nicht eifestadium in der erlangten Voll- oder zwischen
um schmächtige, dünne, flache Korniormen handeln /oll- und Totreife und die andererseits wiederum den
kann, sondern um bauchige, volle, ausgebildete jeschmack des fertigen Bieres nicht ungünstig zu
Körner dürfte selbstverstähdlich sein. Diese er- eeinflussen vermag, ist zunächst eine Sorteneigenwünschte
 Gleichmäßigkeit der Körner nach Gewicht ichaft. Unsere aus der Hannagerste hervorgeganund
 Form läßt sich aber durch gründliche Reinigung enen Züchtungen, wie die R. Bethgesche Originalerzielen.
 Man erhält eine, wenn auch geringere, aber uchten Nr. 1, 2 und 3, Heines Hanna, Mahndorfer
im Wert bedeutend gesteigerte Braugerstenmenge anna, Friedrichs. Hanna, Rimpans Hanna u. a. m.
und auf der andern Seite mit dem Ausputz ein wert- ınd ebenso die große Reihe der aus den Landgersten
volles Kraftfutter für die eigene Wirtschaft. ıochgezüchteten Sorten wie die Ackermann’schen
„Diese beiden Hauptanforderungen des Brauers und Zuchten aus Irlbach: Danubia, Bavaria, Isaria, die
Mälzers, gesunde, unbeschädigte Beschaffenheit der 'erschiedenen Frankengersten, Eglfinger Hado usw.
Gerste in Verbindung mit der durch sorgsame Ver- :usammen Typen, die den Nutans-A-Gersten (Landkaufsvorbereitung
 zu erzielenden Gleichmäßigkeit rerstentyp) angehören, der jetzt unseren Brau-