Dr. Max Philippe, Berlin:
wird ein kräftiger Luftstrom durchgesaugt, wobei die
‚eichten Verunreinigungen, kleine Unkrautsamen,
Spreu usw. sich in einem Abscheider sammeln und
der Staub in einem Filter niedergeschlagen wird. Aus
dem Entgranner fällt die Gerste auf verschiedene
Rüttelsiebe, die sich ständig hin und her bewegen.
Das oberste Sieb, das sogenannte Steinsieb, hält die
yanz groben Beimengungen, Strohhalme, Ähren, Sackänder,
 Steine und dergleichen, zurück. Das zweite
Sieb (Körnersieb) scheidet die kleineren Unkrautsamen,
 Erbsen, Bohnen, Wicken usw. ab, während ein
drittes Sieb den Sand durchfallen läßt. Nach dem
Passieren der Rüttelsiebe wird die Gerste meist nochmals
 der Wirkung eines Sauglüfters ausgesetzt. Dann
rieselt sie in dünner Schicht über die Stahlmagnete
3zines Magnetapparates, woran etwa vorhandene
Eisenteile haften bleiben. Nunmehr gelangt die Gerste
in den Trieur. Dieser besteht aus einer Trommel mit
geringer Neigung, die sich langsam dreht und an der
Innenseite mit gefrästen Vertiefungen versehen ist.
Die Größe derselben ist derartig, daß die runden Unkrautkörner
 und halben Gerstenkörner in ihnen Platz
haben, während die ganzen Gerstenkörner, wenn sie
mit der Trommel nur wenig gehoben werden, bereits
wieder herausfallen. Die hängenbleibenden Unkrautsamen
 und halben Gerstenkörner werden bis über die
Mitte der Trommelhöhe gehoben und fallen erst dann
heraus. In der Mitte der Trommel befindet sich eine
Rinne mit Schnecke, deren eine Seite bis fast an die
Trommelwand in mittlerer Trommelhöhe verlängert
ist. Die hochgehobenen Körner fallen in diese Rinne
ınd werden durch die Schnecke wegtransportiert,
während die ganzen Gerstenkörner am Ende der
Trommel unten aufgefangen werden. .
{iermit ist die Reinigung der Gerste beendet, und
as erfolgt die Zerlegung in meist drei Anteile nach der
Korngröße, und zwar in erste und zweite Sorte und
Hintergerste. Diese Arbeit besorgt
der Gerstensortierapparat.
Er besteht aus einem Sortierzylinder, welcher aus geschlitzten
 Blechen hergestellt ist, und gewöhnlich drei
Schlitzweiten, und zwar 2,8, 2,5 und 2,2 mm besitzt.
Außerhalb des Zylinders ist ein Abstreifer angebracht,
ler die eingezwängten Körner wieder in den Zylinder
ıneindrückt, da sonst die Siebfläche allmählich
\mmer kleiner werden würde. Der Zylinder muß sich
langsam drehen und darf keine zu große Neigung
naben, damit auch möglichst alle Gerstenkörner mit
len Sortierflächen in Berührung kommen.
Bei der Gerstenreinigung entsteht naturgemäß eine
ıngeheure Menge Staub. Dieser Staub muß unter
allen Umständen beseitigt werden, denn er ist für das
Mälzereipersonal gesundheitlich schädlich, er verschmiert
 außerdem Maschinen und Apparate, bildet
aine ständige Feuer- und Explosionsgefahr und ist ein
refürchteter Infektionsherd für den Brauereibetrieb.

Die Entstaubung von Gerstenputzanlagen
rfolgt heute überall durch Schlauchfilter, die aus
lichtem Stoff hergestellt sind. Die verstaubte Luft
vird gezwungen, diesen Stoff zu passieren, wobei der
Staub festgehalten wird. Man unterscheidet Druckınd
 Saugschlauchfilter, je nachdem die Luft zur Entstaubung
 durch die Stoffilter gedrückt oder gesaugt
vird. Um den Filtern dauernd eine gute Filtrierfähigeit
 zu erhalten, muß der Staub ständig von den
ichlauchwänden entfernt werden. Dies wird dalurch
 erreicht, daß eine Feder, welche die Filterchläuche
 straff gespannt hält, von Zeit zu Zeit autonatisch
 nachläßt und dann wieder gespannt wird. So
verden die Schläuche schlaff und plötzlich wieder
;traff, wobei der Staub in ein Untergestell oder in
ıntergehängte Säcke abfällt. Die Saugwirkung
vird so lange unterbrochen, bis die Staubteilchen
;jich fest am Boden abgesetzt haben. Während dieser
Zeit wird die Luft durch andere Schläuche geleitet.
äine andere Methode besteht darin, den hängenrebliebenen
 Staub durch rechenartige Vorrichtungen
zu entfernen, die sich dauernd auf und ab bewegen
ınd dabei die Schlauchwände abstreifen.
Aufbewahrung der Gerste.
Die gereinigte und sortierte Gerste kann nun nicht
;ofort vermälzt werden, weil frisch geerntete
jersten eine mehr oder weniger schlechte Keimfähig-'eit
 besitzen. Es würde also evtl. ein hoher Prozentjaatz
 von Körnern gar nicht oder erst später als die
ibrigen ankeimen. Aus diesem Grunde muß die
Gerste erst eine
sachgemäße Lagerung
lurchmachen, die je nach ihrer Beschaffenheit 1 bis
&gt; Monate dauern kann. Durch die Vorgänge, die
sich während dieser Zeit im Innern des Kornes ab-;pielen,
 und die vor allem in einer Wasserverninderung
 bestehen, erhält die Gerste die sogenannte
Jachreifung. Bei der Lagerung der Gerste muß beücksichtigt
 werden, daß dieselbe keine tote Materie
iarstellt, sondern ein Lebewesen. Freilich sind die
‚ebensfunktionen. ‚dieses Organismus auf ein
Aindestmaß beschränkt. Bei der Lebensäußerung
ler Gerste, der Atmung, wird Kohlensäure und
Vasser gebildet, wie bei jeder Verbrennung, und
‚war auf Kosten der Stärke. Je feuchter die Gerste
st, desto stärker atmet sie und um so mehr erwärmt
je sich im Haufen: dabei steigen naturgemäß die
Jerluste an veratmeten Extraktstoffen. Außerdem
immt die Gerste einen muffigen Geruch an, und
Schimmelpilze nehmen überhand. Es ist demnach
iußerst wichtig, die Gerste auf einen für ihre Lagerestigkeit
 erforderlichen Wassergehalt von 12—13 %
„u bringen. Zu diesem Zwecke wird die Gerste auf
3öden ausgebreitet, und zwar ie feuchter sie ist, desto
lünner.