IL, 3. Die Mälzerei. &gt; 69
Die Gerstenböden vare verwandelt. Schließlich gibt es noch zahlreiche
bestehen meist aus Holz und müssen frei von Rissen )&gt;Ysteme von Getreidetrocknern, welche die Gerste
und Spalten sein, da sich sonst leicht Ungeziefer on überflüssigem Wasser befreien; auch die Darre
einnistet, besonders der gefürchtete Kornkäfer, &lt;sann dazu benutzt werden. Die Trocknung wird entdessen
 Weibchen seine Eier in das Korn ablegt. Die veder durch Heizgase direkt bewirkt oder durch
ausgekrochenen Larven nähren sich dann von den ”orgewärmte Luft. Sie kann nur langsam erfolgen,
Inhaltsstoffen des Korns. Durch öfteres Umschaufeln Veil die Gerste gegen höhere Temperaturen, und
wird sämtlichen Gerstenschichten Gelegenheit ver- War etwa über 50°C, empfindlich ist und ihre Oberschafft,
 ihr Wasser an die umgebende Luft abzugeben. 1ı1aut Wasserdampf nur schwer durchläßt. Bei
Zugleich wird dadurch eine stärkere Erwärmung und 1öheren Temperaturen leidet die Keimfähigkeit und
damit intensivere Atmung verhindert. Mit zu- zu gleicher Zeit das Enzymbildungsvermögen,
nehmender Trockenheit kann die Gerste dicker gelagert
 werden, zum Schluß bis zu etwa 1 m Höhe.
Bei dem Umschaufeln der Gerste ist darauf zu
achten, daß die Fenster des Gerstenbodens nur geöffnet
 werden dürfen, wenn die Außenluft kälter ist
als die Bodenluft. Da warme Luft mehr Wasser
enthält als kalte, würde wärmere Außenluft der
lagernden Gerste kein Wasser abnehmen können,
sondern im Gegenteil einen Teil ihres Wasserdampfes
 an sie abgeben. Selbstverständlich dürfen
die Fenster bei Regen oder Nebel ebenfalls nicht
geöffnet werden.
Da die flache Lagerung der Gerste auf Böden sehr
viel Flächenraum beansprucht, ist man teilweise zur

Weichen und Keimen der Gerste.
Zum besseren Verständnis der z. T. recht komplizierten
 Vorgänge beim Weichen und Keimen .der
jerste ist die Kenntnis ihrer Inhaltsstoffe und vor
ıllem ihres Baues notwendig.
Das Gerstenkorn hat eine etwas gewölbte Bauchjeite
 und eine flachere Rückenseite. Die Bauchseite
wird durch eine Vertiefung (Bauchfurche) der
zanzen Länge nach geteilt; an ihrem unteren Ende
;itzt eine kleine Borste (Basalborste), die an den
Seiten mit kleinen Härchen besetzt ist. Die Gerste
st, mit Ausnahme der nackten Sorten, mit zwei festen
iußeren Häuten, den Spelzen, umkleidet, welche dem
3igentlichen Korn dicht anliegen, ohne jedoch, mit
hm organisch verwachsen zu sein. Die äußere,
zrößere Rückenspelze (palea inferior) greift etwas
iber die Ränder der inneren, kleineren Bauchspelze
palea superior). Die Rückenspelze läuft in eine
ange dünne Spitze (Granne) aus. Unter den Spelzen
iegen die wirklichen Hüllblätter, und zwar zunächst
las äußere Hüllblatt, die Fruchtschale (Perikarp),
lann das innere Hüllblatt, die Samenschale (Testa).
3eide Hüllblätter bestehen aus mehreren Zellagen
ınd sind miteinander verwachsen. Die Samenschale
st halbdurchlässig (semipermeabel), d. h. sie läßt
ıuır reines Wasser durchwandern (diffundieren),
licht aber im Wasser gelöste Stoffe (Salze). Diese
Zigenschaft ist äußerst wichtig für den Weichrorgang.
 Würde die Samenschale auch gelöste
Stoffe durchlassen, würden die wasserlöslichen
zeservestoffe des Keimlings beim Weichen der
Jerste bald ausgelaugt sein, und der Keimling könnte
verhungern.
Innerhalb der Samenschale liegen die beiden wichigsten
 Bestandteile des Gerstenkornes, der Mehlzörper
 (Endosperm) und die Keimanlage (Embryo).
„etztere macht ungefähr ein Dreißigstel des Kornes
us und liegt auf der Rückenseite am unteren Teil
jes Korns. Das Korn trägt seinen Keimling sozujagen
 auf dem Rücken. Bei der Keimanlage unter-;icheidet
 man die Anlagen des Blattkeimes, die nach
ler Spitze des Korns gerichtet sind, und die Wurzelınlage,
 die sich nach der Basis des Korns streckt,
la wo es in der Ähre angewachsen war. Von der

Tietenlagerung in sog. Silos
übergegangen. Diese Silos sind schachtartige Behälter
 aus Holz, Eisen oder Beton, die bei geringer
Bodenfläche bis zu einer Höhe von etwa 30m ansteigen
 können. Lagerfeste Gerste kann ohne
Schädigung in derartigen Silos aufbewahrt werden.
Bei feuchten Gersten liegt die Gefahr vor, daß das
vorhandene und durch Atmung noch vermehrte
Wasser schwer oder gar nicht entweichen kann.
Hölzerne Silowände saugen das Wasser auf und
geben es allmählich an die Außenluft wieder ab,
eiserne Silos besitzen gar keine Aufnahmefähigkeit
für Wasserdämpfe, die sich daher an den Wänden
niederschlagen und ein Auswachsen und Festrosten
der anliegenden Gerstenpartien bewirken. Mit der
Zeit kann daher der Inhalt des ganzen Silos ineinanderwachsen,
 schimmeln und dumpfig werden. Ist
man zur Aufbewahrung von feuchter Gerste in Silos
gezwungen, muß man mithin für schleunige Trocknung
 Sorge tragen. Zu diesem Zwecke läßt man die
Gerste aus der unteren Siloöffnung herausfallen,
transportiert sie mittels Schnecke nach einem
Becherwerk und mit diesem nach! einem anderen
Silo; dasselbe kann in Rohrleitungen durch Saugund
 Druckluft erfolgen. Durch die mit dem wiederholten
 Transport der Gerste verbundene Bewegung
und Lüftung wird die Feuchtigkeit nach und nach
vermindert. In den sog. Durchlüftungssilos braucht
die Gerste gar nicht umgearbeitet zu werden, sondern
wird durch eingeblasene Frischluft in kurzer Zeit,
efwa zweimal 12 Stunden, getrocknet und in Dauer-