Dr. Max Philippe, Berlin:

GC
2DEB.
a

AP a

SD

„0

m SA

nad.

ROAD

PT.

9.d = Rückenspelze, p.8. = Lauchspelze, p.= Fruchtspelze, t. = Samenschale, al=4leuronschicht,
 plum.sch. = Blattscheide, f,...2 = Blatikeime, r.sch. = Wurzelscheide,
„cap. = Wurzelhaube, rad. = Wurzel, ’seut. = Schildchen, ab.ep. = Epithelschicht,
ne. = Schicht entleerter Zellen. end. = Mehlkörper.

Längsschnitt durch das Keimlingende eines Gerstenkörns.

Wurzel ist nur das Hauptwürzelchen vorgebildet, es
ist an seiner Spitze mit einer Schicht Zellen (Wurzelhaube)
 umgeben zum Schutz der neugebildeten
Zellen, die von der Spitze aus wachsen. Das ganze
Würzelchen ist mitsamt seiner Haube in ein Zelllager
 (Wurzelscheide) eingebettet. Die Blattkeime
sind bereits alle in der Anlage entwickelt und ebenfalls
 in eine Scheide eingeschlossen. Nach der Seite
des Mehlkörpers zu besitzt der Keimling als Schutzaülle
 ein Zellgewebe von schildförmiger Form, das
sog. Schildchen (Scutellum), welches auf der dem
Keimling abgewandten Seite durch eine Schicht sehr
lünner, prismenförmiger Zellen abgeschlossen ist, die
»arallel verlaufen und senkrecht zur Richtung des

Schildchens stehen; sie bilden das Aufsaugeepithel.
Dieses Epithel hat die Aufgabe, die Nährstoffe für
len Embryo aus dem Mehlkörper heranzuschaffen;
28 wird in dieser Funktion vom Schildchen unterstützt.
 Das Aufsaugeepithel ist die Wiege der
Enzyme; in seinen Zellen erzeugt der Keimling alle
lie Enzyme, welche er braucht, um die im Mehlkörper
 aufgestapelten in unlöslicher Form vorliegenden
 Vorräte wasserlöslich und damit transportjäähig
 zu machen. Die Epithelzellen sind an ihrer
Basis mit den darunter liegenden Zellen des Schildchens
 fest verwachsen, mit dem oberen Ende stehen
sie in dichter Fühlung mit den benachbarten Zellen
des Mehlkörpers, ohne aber mit ihnen organisch verbunden
 zu sein. Man kann daher den Keimling vom
Mehlkörper trennen, ohne sein Leben zu gefährden.
Bietet man ihm dann ein künstliches Nährsubstrat,
stwa Nährgelatine, so wächst er anstandslos; das-;elbe
 geschieht, wenn man ihm den Mehlkörper eines
ınderen, sogar nicht artengleichen Getreidekorns zur
Yerfügung stellt. Den Epithelzellen direkt gegeniber
 befinden sich mehrere Lagen zusammenge-Jrückter,
 gänzlich inhaltloser Zellen, die bereits zum
Mehlkörper gehören. Die Inhaltsstoffe dieser Zellen
sind vom Keimling im letzten Reifestadium zu seiner
Entwicklung verbraucht worden, während die Zellwände
 selbst übriggeblieben und von dem beim
Wachsen sich ausdehnenden Embryo zusammengepreßt
 wurden. Auf die Schicht der entleerten Zellen
lolgt nun der im Vergleich zum Keimling riesengroße
Mehlkörper. Der ganze Mehlkörper ist zu seinem
Schutze von einer drei- bis vierfachen Schicht dickvandiger,
 rechteckiger Zellen, der Aleuronschicht,
ımgeben. Eine einzelne Zellreihe der Aleuronschicht
ımschließt auch die Keimanlage, Eine dickere
\leuronschicht wäre hier nicht am Platze, weil der
Nurzelkeim und der Blattkeim ‚diese Schicht beim
Nachsen zerreißen müssen, und weil außerdem
ladurch die notwendige Wasserauifnahme, die
jeim Keimling besonders stark erfolgt, erschwert
verden würde. Die Aleuronzellen enthalten in der
lauptsache Eiweiß und Fett. Den Hauptbestandteil
les Mehlkörpers bilden dünnwandige Zellen, die mit
;tärkekörnern angefüllt sind. Diese Zellen sind in
inem feinen, netzartigen Gerüst aus Eiweiß und
ljummistoffen eingebettet. Sind diese Gerüststoffe
a großen Mengen vorhanden, so daß die Zwischenvände
 zwischen den stärkeführenden Zellen voll-&lt;ommen
 ausgefüllt werden, erhält der Mehlkörper
in speckiges, glasiges Aussehen, während er bei
veniger ausgefüllten Zwischenräumen mehr weiß und
nehlig erscheint. Schließlich enthält der Mehlkörper
ıoch mineralische Bestandteile, d. h. Stoffe, die un-‚erbrennbar
 sind, und aus denen die Gerstenasche
usammengesetzt ist. Trockene Gerste enthält
lavon etwa 3,5%. Der größte Teil der Mineral-;toffe
 ist in der Rohfrucht an organische Reste ve-