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böhmische Malze darf keinen hohen Weichgrad besitzen,
 während für die Herstellung Münchener und
Dortmunder Malze Gersten mit hohem Weichgrad
(Vollweiche) benutzt werden. Es ist daher nötig,
den Weichgrad, d. h. den Wassergehalt der Gerste
in der Weiche von Zeit zu Zeit festzustellen. Der erlahrene
 Mälzer hat seine praktischen Merkmale,
woran er die Höhe des Weichgrades erkennt. So
soll sich bei Vollweiche das Korn über den Fingernagel
 biegen lassen, ohne zu brechen, wobei sich die
Spelzen vom Korn ablösen sollen. Drückt man die
Spitzen des Korns zwischen Daumen und Zeigefinger
gegeneinander, müssen die Spelzen aufspringen; die
Spitzen dürfen dabei nicht stechen. Das Korn soll
sich leicht durchbeißen und mit dem Fingernagel
Juer zerteilen lassen. Das quergeteilte Korn soll, auf
Holz gestrichen, einen kreideähnlichen Strich hervorrufen.


Dr. Max Philippe, Berlin:

ınhaftende Wasser aufzusaugen. Im anderen
7alle, wenn die Gerste beim Ausweichen bereits
len gewünschten Weichgrad besitzt, oder gar
was überweicht sein sollte, wird man den
laufen entsprechend dünner legen und. dadurch eine
ichnellere Trocknung bewirken. Beginnt die Gerste
jereits in der Weiche zu keimen oder nach kurzer
Zeit auf der Tenne, was bei intensiver Anwendung
ijer Luftwasserweiche erreicht werden kann, wird
ler Haufen natürlich ebenfalls dünner ausgebreitet
verden. Der Naßhaufen muß öfter mit einer
Schaufel gewendet (gewidert) werden, weil sonst
lie Körner in den ‚verschiedenen Schichten des
laufens ganz ungleichmäßig trocknen würden. Sojald
 auf den Spelzen Wasser nicht mehr wahr-‚unehmen
 ist, heißt der Haufen „Trockenhaufen“
Nunmehr machen sich die ersten
äußeren Anzeichen der Keimung
jemerkbar. Infolge stärker einsetzender Atmung
vird mehr Zucker zu Kohlensäure und Wasser verjrannt.
 Die Temperatur im Haufen steigt. Der aus
lem Korn austretende Wasserdampf verdichtet sich
ın der verhältnismäßig kalten Oberfläche der
Körner zu flüssigem Wasser (Schweiß). Die Wurzelscheide
 durchbricht die Kornbasis und wird als
veiße Spitze sichtbar. Der Haufen „spitzt“, „äugelt‘“
der „bricht“ (Brechhaufen). Bald treten mehrere
Würzelchen aus der Scheide heraus, die Gerste
gabelt (Gabelhaufen). Die Temperatur im
Haufen beträgt 12—15°. Die Wurzeln saugen
das Verbrennungswasser (Schweiß) begierig
auf. Hierdurch erfolgt ein Ausgleich im

Keimen.
Nachdem die Gerste in der Weiche den gewünschten
 Weichgrad erlangt hat, wird das Ausweichventil
 geöffnet, und das nasse Weichgut fällt
auf die Tenne. I
Tennen
sind kellerartige Räume von 3—4 m Höhe mit vollkommen
 glattem Boden aus Ziegeln, Schieferplatten
oder Zementbeton. Da sie niedrige Temperatur
(10—12°) besitzen sollen, werden sie meist unterirdisch
 angelegt. Oberirdische
 Tennen müssen sehr
starke Umfassungsmauern
haben und gut isoliert sein.
Für gute Ventilation sorgen
Fenster und besondere Luiftschächte.
 Die ausgeweichte
Gerste wird mittels Kippwagen
 nach einer freien
Stelle der Tenne befördert
und dort zu einem viereckigen
 Haufen von 20 bis
höchstens 40 cm Höhe aufzeschichtet
 (Naßhaufen).
Die Höhe des ;
Naßhaufens
richtet sich nach dem
Wassergehalt des. Weichzutes
 und nach der Temperatur
 der Tenne. Soll der
Weichgrad noch etwas eraöht
 werden, die Gerste also
Nachweiche erhalten, wird
man den Haufen höher anjahren,
 wodurch die Wasserverdunstung
 verzögert und
dem Korn Gelegenheit verschafft
 wird. das. der Spelze

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VMälzerei im Länasschnitt.

(Aus den Abbildungen der G.G. B.)