Dr. Carl Stiegler, München:
scheinend die Ertragsfähigkeit des Hopfens in hohem b) Die jährlichen Kulturarbeiten im Hopfengarten.
Maße abhängig*). Ähnlich wie bei Getreide verlangt der Hopfen ein
Zur Erzeugung eines mittleren Ertrages müssen tiefes Aufackern des Bodens im Spätherbst.
der Hopfenpflanze nach Remy und F. Wagner Zu Beginn der Wachstumsperiode werden die
je Stock zugeführt werden: 100g Kalk, 20—25g Hopfenstöcke aufgedeckt und an ihnen der übliche
reines Kali, 7—8 g reine Phosphorsäure und etwa Hopfenschnitt vorgenommen.
[16 g reiner Stickstoff. Da der Hopfen ein Schlinggewächs ist, gibt man
Bei der Analyse der Trockensubstanz des Hopfens den Hopfenreben, sobald sie eine Länge von 30 bis
fand Wolff als Durchschnittszahlen der einzelnen 410 cm erreicht haben, eine Stütze, um die Hopfen-Stoffe**):
 pflanze möglichst stark der Einwirkung der Luft- und
Sonnenbestrahlung auszusetzen.
Zur Aufleitung der Hopfenrebe
verwendete man in früheren
Zeiten ganz allgemein Stangen.
[n den letzten Jahrzehnten ist
man indes in der Hopfenkultur
immer mehr von der Stangenzur
 Gerüstanlage übergegangen.
Dort, wo der Hopfenbau rationell betrieben wird,
indet man heutzutage nahezu ausschließlich Gerüstınlagen.
 Über das Verhältnis von Stangen- und
Jrahtanlagen in den einzelnen deutschen Anbaurebieten
 lieferte eine Enquete des Deutschen Hopfenjauverbandes
 das nachtstehende Ergebnis:
Verhältnis von Stangen- und Drahtanlagen in den einzelnen
deutschen Hopfenanbaugebieten.

IL. Die Kultur der Hopfenpflanze,
a) Die Anlage eines Hopfengartens.
Das Wichtigste bei der Anlage eines Hopfenyartens
 ist die Wahl des Standortes und des Bodens.
Näheres darüber ist bereits bei der Schilderung der
Wachstumsbedingungen der Hopfenpflanze ausgeführt
 worden. Die Hopfenpflanze verlangt einen
zuten tieifgründigen Boden, am besten mit Sanduntermengung,
 sowie eine geschützte Lage, die
jedoch gute Lüftung und Besonnung ermöglicht.
Das mit Hopfen zu bepflanzende Feld muß vor allem
eine tiefe Bodenlockerung erfahren. Außerdem ist
eine entsprechende Vorratsdüngung vorzunehmen,
besonders dann, wenn die Fläche bisher noch nicht
mit Hopfen bepflanzt war.
Der Anbau erfolgt durch die Verwendung von
Setzlingen, die paarweise bzw. auch einzeln in die
vorbereiteten Pflanzlöcher gelegt und flach mit Erde
vedeckt werden. Die Größe des Standraumes für die
einzelnen Pflanzen richtet sich nach den Bodenverhältnissen.
 Eine allgemein gültige Regel hinsichtlich
 der Bemessung des Standraumes gibt es
aicht. Übliche Entfernungen der Hopfenstöcke sind
nach Fruwirth in Mitteleuropa bei Frühhopfen:
14 :1,4m, das sind rund 5102 Pflanzen je ha;
l,2.: 1,2 m, das sind 6944 Pilanzen je ha; bei Spätnopfen
 1,58 : 1,58 m, das sind 4016 Pflanzen je ha;
L,5 : 1,5 m, das sind 4444 Pflanzen je ha. In England,
Belgien und Nordamerika sind die Pflanzweiten der
Stöcke erheblich größer. Die erstjährigen Hopienstöcke
 werden gewöhnlich nur behelfsmäßig anzeleitet.
 Sie geben im allgemeinen noch keinen oder
nur einen ganz geringen Ertrag, dessen Qualität dem
Ernteerzeugnis der älteren Jahrgänge weit nachsteht.

*) Siehe Hampp, „Mitteilungen des Deutschen Hopfenbauverbandes‘*
 1929,
**) Wolff, Aschenanalyse von landwirtschaftlichen Pro-JAukten.
 1880.

Stangen- | Drahtanlagen
 '! anlagen
0 0/,

VÖlNZzACH a4 HEHE RER
jeisenfeld ....00000000000000001000001000
affenhofen .....00000000000000000040000
Yandistadl 40. er FERNE
ARMEE + er er EHE HR HE FE EEEE
eHENNAUSCH + 1444400
Megenbufg...0.0.00.0000200000000002000000
Jallertau im Mittel in Ya 000000000400

.

100
97
100
95
95
95
na

Malt o.0.0.000000000000100001000110000000
Veustadt mit Aischgrund........0.......
Irlanger Oberland +....0.0..000000000000000
Äinding .....00004
Vürttemberg ohne Tettnanger Gebiet
im Mittel in Yarccsereerreeens

5 85
60 40
97 3
an 10

Baden ...

47 538
a8 %

Die Gerüstanlagen bestehen aus telephonstangen-:hnlichen
 Masten, mit deren Hilfe in sechs bis sieben
Meter Höhe Querdrähte über den Hopfengarten
sezogen werden. Die Pflanze wird nun an senk-"echt
 laufenden Schnüren bzw. Drähten, die wiederum
ın den in der Höhe laufenden Querdrähten befestigt
‚ind, aufgeleitet. Es gibt eine ganze Reihe von
jerüstsystemen, z.B. das Wirthsche System, das
Jeijaksystem, das Elsässer System, das Stambach-;ystem
 usw.*), Die zuerst in den elsässischen Gebieten
*) Siehe: Sondernummer der „Mitteilungen des Deutschen
Topfenhauverbandes‘“, „Gerüstbau“ Nr. 9/10 vom 8. April 1929.