Dr. Carl Stiegler, München: .
grenzung der auf ein bestimmtes Erzeugnis innerhalb
 der Gutswirtschaft entfallenden Produktionskosten
 oft sehr schwierig, wenn nicht nahezu
unmöglich machen. Für den Hopfenbau treffen indes
diese Schwierigkeiten weniger zıu, da hier die
Wechselwirkungen mit den sonstigen Betriebszweigen
 des Gutshofes geringer sind.
Nach Erhebungen, die im Frühjahr 1914 von
Hofrat Prof. Dr. Wagner, dem früheren bayerischen
Hopfenbaukonsulent, vorgenommen wurden, stellten
sich die gesamten Produktionsauslagen einschließlich
der Verzinsung des Bodenkapitals sowie der Steuern
für 1 ha bei intensiver Kultur
in Spalt auf 2119,58 M.,
in Absberg bei Spalt auf 2080,25 M.,
in Wolnzach auf 2139,21 M.

Als besonders vordringliche technische Verbesseungen
 im deutschen Hopfenbau, die zu einer wesentichen
 Steigerung der Erträge führen können, werden
ingegeben:
1. Ersetzung der Stangenanlagen durch Drahtinlagen.
 Über das Verhältnis der Stangen- und
Jrahtanlagen in den einzelnen Anbaugebieten unterichtet
 die obige gebrachte Tabelle. Man ersieht aus
len Ziffern dieser Tabelle, daß, von der Hallertau,
ron Spalt und von dem kleineren Gebiet des Erlanger
Jberlandes (ein Teil des Markt- und Gebirgshopfenzebietes)
 abgesehen, noch ziemlich viel Stangenınlagen
 vorhanden sind, die als eine veraltete
Kulturform betrachtet werden müssen.
2. Schiefe Aufleitung anstatt senkrechte Aufleitung
ler Hopienrebe. Die schiefe Aufleitung der Hopfen--ebe
 führt aus einer Reihe von biologischen Gründen
zu bedeutend höheren Erträgen als die senkrechte
A\ufleitung der Hopfenrebe. Der bayerische Landesnspektor
 für Hopifenbau, Regierungsrat Hampp, beichtet
 hierüber u. a. folgendes:
„Das Sonnenlicht und die Luft haben besseren Zutritt (bei
ler schiefen Aufleitung) zu den Pflanzen. Deshalb entwickeln
icH bei schiefer Aufleitung die Seitenarme der Reben kräfiger,
 der Doldenansatz ist zahlreicher und die Dolden selbst
:Jeichmäßiger; der Ertrag ist in der Regel bedeutend höher
ils bei senkrechter Aufleitung. Ein Hallertauer Hopfenbauer
rntete von zwei unmittelbar nebeneinander gelegenen Hopfenrärten
 von einer 6 m hohen Anlage bei senkrechter Aufleitung
‚ro 1000 Stock 5 Ztr. und bei schiefer Aufleitung 9 Zitr.
Jabei waren die Bodenverhältnisse, die Bodenbearbeitung und
lie Düngung die gleichen, In der Hallertau, wo sich die schiefe
\ufleitung immer mehr einführt, wurden bei der schiefen Aufeitung
 wohl durchweg höhere Erträge und bessere Qualitäten
ırzielt als bei senkrechter Aufleitung. In einigen Gärten
vurden je 1000 Stock 10 bis 12 Ztr. und auch mehr geerntet.
J)erartige Erträge dürften in normalen Jahren bei der üblichen
\ufleitung kaum zu erreichen sein.“
3. Rationelle Düngung. Die Düngung im Hopfenau
 ist heute vielfach noch sehr einseitig und unsachzemäß.
 Es unterliegt keinem Zweifel, daß durch eine
jen individuellen Bodenverhältnissen und den
‘pezifischen Bedürfnissen der Hopfenpflanze wissen-Chaftlich
 genau angepaßte Düngung die Erträge der
Topfenpflanze noch sehr gesteigert werden können.
4. Zweckmäßige Bodenbearbeitung. Die heutige
3odenbearbeitung ist in sehr vielen Fällen eine unsenügende
 insofern, als sie die Ackerkrume zu wenig
ınd vor allem zu wenig tief lockert, die letztere
nsbesondere vor dem Eintreten des Frostes.
5. Ausschaltung des Zwischenfruchtbaues. In
aationell arbeitenden Hopfenanbaugebieten ist der
"wischenfruchtbau glücklicherweise schon längst
ıusgerottet. Dagegen findet sich Zwischenfrucht
mmer noch in sehr starkem Maße in weniger fortveschrittenen
 Hopfenanbaugebieten. Der Zwischenruchtbau
 verhindert a) eine genügende Bodenjearbeitung,
 b) eine notwendige Bekämpfung von
Topfenschädlingen, c) den notwendigen Nährstoffjezug
 aus dem Boden. Der Zwischenfruchtbau muß

Bei einem mittleren Hektarertrag in Spalt und
Absberg von 15 Ztr. und bei einem solchen von
16 Ztr. in Wolnzach ergaben sich an Erzeugungs-Kosten
 per 50 kg:
in Spalt 141,30 M., ;
n Absberg bei Spalt 138,68 M.,
nn Wolnzach 133,69 M.
In den letzten Jahren hat die Landwirtschaftskammer
 von Württemberg eingehende Produkjonskostenberechnungen
 vorgenommen. Um zu
zeigen, wie stark die Produktionskosten, auf den
Zentner umgelegt, sich bei einem Ansteigen der
Hektarerträge vermindern, hat die Landwirtschaftskammer
 Württemberg die Produktionskosten bis zu
ainem PFrtragy von 25 Ztr. pro Hektar berechnet.

1

I jeinalmen
in insgesamt in
MY, Mk.__
bei 9 Ztr. | 261,77 ; D— ATTE A 500,—
„Mm 214,17 51,— ”917,— 256,17 B500.—
„18 183,50 50,— ”006,— | 281,— —
„15 157,— | 4$,— | 8081,— | 204,— —
„» 20 118,— | 45,— Fa 168,— | —
;„ 5 94,— |! 41— 1 8871,— | 135,— —
Der Tabelle darf noch angefügt werden, daß die
Erzeugungskosten pro Hektar ohne den Aufwand
üjür Pilücke, Trocknung und Nachbehandlung für
jeden Ertrag gleich sind. Auf den Zentner umgelegt,
nüssen deshalb die Produktionskosten um so geringer
 werden, je höher der Ertrag ist. Man sieht
dies auch sehr deutlich aus der vorausgehenden
Tabelle,
Eine Verbilligung der Produktionskosten wird sich
in der Hauptsache lediglich in der Richtung einer
Steigerung der Erträge erzielen lassen.
In dieser Hinsicht ist im deutschen Hopfenbau
zweifelsohne, trotz der intensiven Aufklärung, die
allenthalben den Hopfenbauern geboten wird, noch
sehr viel verbesserungsbedüritig. Eine besondere
Rückständigkeit zeigt sich vor allem‘ in den Anbaugebieten
 mit starker Parzellenwirtschaft.

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 Pflück-/| usw. kosten |gungskosten
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