86 Dr. Carl Stiegler, München:
Überwachung der Bekämpfung der Peronospora be- len beim Saugen aufgenommenen Überschuß an
iraut sind, den Hopfenpflanzern Anweisungen Zucker als syrupartige Flüssigkeit wieder aus. Diese
ainausgeben hinsichtlich der Zeitpunkte, für welche "lüssigkeit, die auch den Namen „tierischer Honig-Bespritzungen
 als notwendig erachtet werden. Un- au“ führt, überzieht die HMopfenblätter mit einer
bedingt zu spritzen ist nach Dr. Zattler*): {lebrigen Schicht, welche den Assimilationsprozeß
|. beim Auftreten der ersten kranken Boden- les Hopfenblattes verhindert. Auf dieser klebrigen
triebe im Frühjahr; Zuckerschicht siedelt sich im weiteren Verlaufe sehr
2. beim Auftreten der ersten kranken Seiten- ald der Rußtaupilz an und erzeugt den sogenannten
triebe; ‚Rußtau‘“ (Schwärze) des Hopfens. Die von der
3. kurz vor dem Anflug (Blütenbildung); Schwärze befallenen Hopfen bleiben in ihrer Ent-4.
 während der Ausdoldung; vicklung sehr stark zurück, was naturgemäß eine
3. nach Regenfällen, die auf längere Trocker- ntsprechende Verminderung des Ernteertrages zur
heit folgen. ?7olge hat. Die Bekämpfung der Blattläuse erfolgt
Die Peronospora-Anfälligkeit ist je nach der lurch Bespritzen mit Tabakextraktbrühe, Schmier-Hopfensorte
 sehr verschieden. Der bayerische eifenlösung mit Zusätzen von Insektenpulver oder
Hopfenbaukonsulent, Regierungsrat Hampp, hat. sie Petroleumemulsion.
prozentual berechnet. Sie betrug im dreijährigen
Garten:
beim Hallertauer Hopfen . 100%
Aischgründer . 535
Saazer (Polen). . 28 %o
3lsässer . ... . 5%
Spalter. ..... 5%
Semscher. ... 0%

c) Die rote Milbenspinne.
Die rote Milbenspinne (Tetranychus telarius),
zurz „rote Spinne“ genannt, zählt ebenfalls zu den
zefährlichsten tierischen Schädlingen des Hopfenjaues,
 Ihr Auftreten wird besonders von sehr heißer,
niederschlagsloser Witterung begünstigt, weshalb
inter den europäischen Hopfienanbaugebieten die
Baczka (Jugoslawien), deren Klima in den trockenıeißen
 Sommermonaten an subtropische Wärmerrade
 heranreicht, stets von der Gefahr der roten
Spinne bedroht wird. In Japan sollen ja bekanntlich
ılle Bemühungen, die Hopfenkultur dort heimisch zu
nachen, an der steten Gefahr der roten Spinne ge-.cheitert
 sein.
Die älteren rötlich gefärbten Tierchen zeigen eine
ıröße von etwa %—1% mm und siedeln sich an der
/nterseite der Blätter und auch an den Hopfienlolden
 an. Zu ihrem Schutze überziehen sie sich mit
nem überaus feinen weißlichen Gespinst, unter dem
nan auch deutlich ihre verhältnismäßig großen Eier
jegen sieht. Im Herbst verkriechen sich die Spinnnilben
 zur Überwinterung in Schlupfwinkel, die sie
nsbesondere in den Ritzen der MHopfenstangen
inden. Die Stangenanlagen sind auch deshalb viel
nehr als die Gerüstanlagen von der roten Spinne
jedroht.
Die schädigende Wirkung der roten Spinne wird
jadurch hervorgerufen, daß sie sich an der Unter-:eite
 der Blätter ansaugt. Die angesaugten Blatt-‚tellen
 nehmen eine gelbrötliche Färbung an, die allnählich
 sich über das ganze Blatt ausdehnt und
neses zum Absterben bringt. In gleicher Weise
zönnen auch die Blüten und Dolden in Mitleiden-.:chaft
 gezogen werden. Die durch das Saugen der
ooten Spinne hervorgerufene Rotfärbung der
Topfenblätter bezeichnet man als Kupferbrand.
Die Bekämpfung‘ der roten Spinne ist schwierig,
ia die Spinnmilben große Widerstandskraft besitzen
ınd auch ihr Gespinst ihnen einen ziemlichen Schutz
rewährt. Massenhaftes Auftreten macht sehr oft

Von den

tierischen Schädlingen des Hopfenbaues
sind zu nennen:
a) Die Erdflöhe.
Als erste tierische Schädlinge des Hopfenbaues erscheinen
 schon zu Beginn des Monats Mai an
warmen trockenen Tagen die Erdflöhe, kleine
schwärzliche Käferchen, welche in die jungen Hopfenblätter
 kleine, kreisrunde, am Rande hellumsäumte
Löcher fressen, so daß die Blätter bei starkem Flohbefall
 geradezu einem Siebe gleichen. Die Folgen
eines massenhaften Auftretens der Erdfilöhe äußern
sich in Wachstumstockungen, die oft während der
ganzen Vegetationsperiode nicht mehr völlig überwunden
 werden können. Zur Bekämpfung verwendet
 man am häufigsten Tabakstaub bzw. Tahakaxtrakt
 und Schweinfurter Grün.
b) Die Blattlaus.
Die Hopfienblattlaus ist einer der gefährlichsten
tierischen Schädlinge des Hopfens, der ohne Be-&lt;ämpfung
 in manchen Jahren den Ertrag der
Mopfengärten ganz außerordentlich zu schmälern
vermag. Die geflügelten Weibchen der Hopfenblattaus
 (aphis humuli), die Aphisfliegen, wandern Ende
Mai bis Anfang Juni vom Steinobst auf den Hopfen
über und legen dort ihre Eier ab, aus denen sehr
rasch die kleinen grünlichen, ungeflügelten Hopfenblattläuse
 ausschlüpfen. Die Blattläuse saugen die
Hopfenblätter an ihrer Unterseite aus und scheiden
*) Hopfenjahrbuch 1928, herausgegeben von Karl Schloder-München.
