ıL, 4. Der deutsche Hopfenbau,
eine erfolgreiche Bekämpfung überhaupt unmöglich.
Als Bekämpfungsmaßnahmen kommen vor allem in
Betracht Bespritzen der Pflanze mit zweiprozentiger
Schmierseifenlösung oder auch mit schwefelhaltigen
Spritzbrühen.
Ein weniger verbreiteter Schädling ist -
d) die Hoptenwanze,
ein 4—8 mm langes Tierchen von grünlicher Farbe,
das ebenfalls durch Saugen besonders an den Triebspitzen
 den Hopfenpflanzen ernsten Schaden zufügen
 kann. Die Hopfenwanze findet sich fast nur in
Stangenanlagen, deren Stangen ihr für die Überwinterung
 guten Unterschlupf gewähren. Die Bekämpfung
 der Hopfenwanze erfolgt durch Bespritzen
der Pflanzen mit zweiprozentiger Schmierseifen-Petroleumlösung.


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vicklung, die er im Mittelalter im nördlichen
Jeutschland nahm. Dort sehen wir, sowohl in den
1lederdeutschen Städten, als vor allem in den See-;tädten
 der Nord- und Ostsee eine im 14. Jahrhundert
jgereits zum Teil sehr hochentwickelte Brauindustrie
vor uns, Kein Wunder, daß diese Brauindustrie Ursache
 genug war, einen beachtenswerten Hopfenbau
&gt;ntstehen zu lassen. In Schlesien, in der Mark
3randenburg, in Mecklenburg, in Westfalen, in
&gt;ommern und in Schleswig-Holstein ist der Hopfenau
 schon im 13. Jahrhundert allenthalben verıreitet.
 Im 14. Jahrhundert vergrößerte sich insesondere
 die mecklenburgische Hopfenkultur. Im
3. Jahrhundert spielt die deutsche Hopfenausfuhr
ı1ach Flandern bereits eine beträchtliche Rolle, wie
len Zollbüchern Brügges zu entnehmen ist. Deutscher
 Hopfen ging schon in diesen Zeiten nach aller
Herren Länder, nach den nördlichen Niederlanden
vie nach Skandinavien. Mit der Verschiebung des
Schwergewichts der Brauindustrie nach Bayern
inkt auch die Hopfenkultur Norddeutschlands zur
3Zedeutungslosigkeit herab, bis sie vorübergehend in
”riedrich dem Großen einen Wiedererwecker findet*).
In Altbayern wurde zwar auch der Hopfenbau das
ranze Mittelalter‘ hindurch gepflegt, wie wir aus
‚ahlreichen Urkunden wissen, jedoch nicht als systenatische
 Kultur, denn hierzu fehlte das Korrelativ
iner entsprechenden Entwicklung der Bierbrauerei.
\uch Exportmöglichkeiten scheinen kaum gegeben
zewesen zu sein. Bevor der altbayerische Hopfenyau
 zu der beherrschenden Stellung aufstieg, die er in
ier Gegenwart genießt, läuft ihm noch das Frankenand
 den Rang ab. Es ist insbesondere das heutige
Aittelfranken, wo der Hopifenbau sich gegen Ausrang
 des Mittelalters zu großer Bedeutung emporchwingen
 konnte. Eine mächtige Anregung empfing
ler mittelfränkische Hopfenbau von der hochntwickelten
 Bierbrauerei der in voller wirtschafticher
 Blüte stehenden Reichsstadt Nürnberg. Die
rrößte Berühmtheit der um Nürnberg erblühten
Topfenanbaugebiete erwarb sich Spalt. Die Übervindung
 der ökonomischen Zerrüttungen, die der
.reißigjährige Krieg hervorgerufen hatte, und der
:amit einsetzende Aufschwung des bürgerlichen und
:Jösterlichen Braugewerbes leitete eine neue Epoche
les bayerischen Hopfenbaues ein. Die Hopfenrebe
ankt sich weit über die alten Erzeugungszentren
inaus, und auch die Wirtschaftspolitik des Staates
ummt sich nunmehr im hohen Maße des Hopienyaues
 an. Alle ihre Bestrebungen zielen darauf ab,
lem Hopfenbau, der in der Hauptsache immer noch
ıuf die gewerblichen Bierbrauereien der Landstädte
sowie auf die. landwirtschaftlichen Betriebe städtischer
 Gewerbetreibender sich beschränkte, Eingang
in die bäuerlichen Wirtschaften des flachen Landes

V. Die historische Entwicklung des Hopfenbaues
in Deutschland.
Während bis in die jüngste Zeit hinein die Verwendung
 des Hopfens zur Bierbereitung urkundlich
erst einige hundert Jahre vor dem ersten Jahrtausend
 der christlichen Zeitrechnung nachgewiesen
werden konnte, wissen wir heute einwandfrei aus
den Forschungen Dr. Hubers und Dr. Ed. Hahns,
daß bereits die alten Babylonier den Hopfen als Bierwürze
 kannten. Von den Babyloniern scheint die
Kenntnis der Verwendung des Hopfens auf indogermanische
 Stämme des Kaukasus übergegangen
zu sein, die wiederum in den Stürmen der Völkerwanderung
 ihr Wissen den germanischen Völkern
übermittelten.
Zur Zeit des Frankenkönigs Pipin hat man jedenfalls
 die Bedeutung der Hopfendolde für die Zubereitung
 eines schmackhaften Bieres schon voll zu
würdigen gewußt. So werden von Pipin der Abtei
St. Denis bei. Paris humlonarias (Hopfengärten) geschenkt,
 und weiterhin . zu Beginn des 9. Jahrhunderts
 vom Abt Irmino von Saint Germain des
Pres häufig Zinsabgaben von Hopfen erwähnt.
Daraus läßt sich unschwer der Schluß ziehen, daß
der Hopfenbau in jener Zeit bereits in einem Umfang
getätigt wurde, der sich nur mit seiner Verwendung
zur Bierherstellung erklären läßt. Wenige Jahrzehnte
 später begegnen wir der Hopfenrebe in den
Urkunden des Hochstiftes Freising, und zwar etwa
zwischen den Jahren 850—900, Von hier aus scheint
der Grundstock gelegt worden zu sein zu dem weiter
nordwärts sich ausdehnenden großen deutschen
Hopfenanbaugebiet, der Hallertau.
In den altbayerischen Landen blieb indes der
Hopienbau
das ganze Mittelalter hindurch
in seiner wirtschaftlichen Bedeutung mehr oder
minder lokal beschränkt, im Gegensatz zu der Ent-.

 *) Dr. Stiegler: Die Entwicklung des Hopfenbaues in der
Neltwirtschaft, Imgauverlag Pfaffenhofen, 1927.