IL, 4. Der deutsche Hopfenbau.,

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Die Auswirkungen der Krankheit verminderten jeloch
 die Ernteerträge.
Die Entwicklungstendenzen der Anbauflächen in
len einzelnen deutschen Ländern bzw. deutschen
\nbaugebieten sind indes verschieden.
Die Entwicklung des Hopfenbaues in Preußen
‚eigt von 1889 ab ein ununterbrochenes starkes Zuückgehen
 der Hopfenanbauflächen. Während 1886
lie preußische Anbaufläche noch 2387 ha betrug, ist
je im Jahre 1900 bereits auf 1093 ha gesunken. Im
'ahre 1928 betrug sie nur mehr 94 ha, d, h. kaum
nehr 5% ihres höchsten Standes vom Jahre 1886.
Sehr stark sind auch die Anbauflächen in Baden ge-\;unken.
 Geringer, wenn auch noch unter dem
zeichsdurchschnitt liegend, gestaltete sich der Rückrang
 der Anbauflächen in Württemberg.
Am geringsten ist die Abnahme der bayerischen
Anbauflächen. Innerhalb der bayerischen Anbaurebiete
 verschob sich der Schwerpunkt der Proluktion
 immer mehr von Nord- nach Südbayern.
Kurz vor dem Kriege wurden die nordbayerischen
\nbaugebiete (Hersbrucker Gebiet, Aischgrund und
Spalt sowie Kinding) bereits von den südbayerischen
jebieten übertroffen infolge der starken Auslehnung,
 welche der Hopfenbau speziell in der sozenannten
 Hallertau nahm, die in dieser Zeit zum
zrößten Hopfenanbaugebiet Deutschlands emporzewachsen
 ist.
Entwicklung der Hopfenanbauflächen in Deutschland.
Jetziger Gebietsumfang (ohne Eisaß-Lothringen und Posen).
Amtliche Ziffern,

reich-Ungarn oder England, mit viel mehr Tatkraft
und Erfolg ihrem Hopfenbau zu Hilfe gekommen, um
die im Hopfenbau investierten, nicht unbeträchtlichen
 Kapitalien‘ ihren Volkswirtschaften zu erhalten
 und den Hopfenbauern seine Wiederaufbauarbeit
 für die Zeit nach. dem Kriege zu erleichtern.
So hat Österreich-Ungarn erfolgreiche Hopfienvalorisationen
 zur Durchführung gebracht und England
 zum Schutze seines Hopfenbaues eine staatliche
Bewirtschaftung des MHopfens, die sogenannte
Hopfenkontrolle, eingeführt, welche zum Schutze der
Hopfenproduzenten den Hopfenbauern die Abnahme
ihres Produktes zu staatlich festgesetzten auskömmlichen
 Preisen gewährleistete. In Deutschland kam
es leider nicht zur Durchführung solcher Hilfsaktionen,
 trotzdem verschiedene Pläne aufgestellt
wurden, die geeignet gewesen wären, dem deutschen
 Hopfenbau unter geringeren volkswirtschaftlichen
 und privatwirtschaftlichen Verlusten über die
Kriegszeit hinwegzuhelfen, als dies mangels jeder
staatlichen Fürsorge tatsächlich der Fall war. Die
Folge war ein Absinken der Hopfenanbauflächen von
22761 ha auf 7976 ha (ohne Elsaß-Lothringen und
Posen).

Der Wiederaufbau der deutschen Hoptenwirtschaft
nach dem Kriege ging sehr langsam vor sich und ist
bis zur Gegenwart noch nicht vollendet. Von 1920
bis 1924 stagnieren die deutschen Anbauziffern. Mit
der Überwindung der Inflation beginnt der Aufbau
der deutschen Hopfenanbauflächen rascher vorwärts
zu schreiten. Er erhält einen starken Ansporn durch
die in der Geschichte der Hopfenpreise noch nie dagewesene
 Preissteigerung, die zu Beginn des Jahres
1924 sich bemerkbar machte. Leider wurde der sich
in diesem. Jahre anbahnende Wiederaufbau der deutschen
 Hopfenkultur in den folgenden Jahren durch
eine in den meisten Anbaugebieten auftretende und
bis dahin noch nie beobachtete neue Hopfienkrankheit,
 die Peronospora humuli, gehemmt. Die Anbau-{lächen
 behielten zwar ihre steigende Tendenz bei.

Erntefläche
ha

1878
275
1885
1888
‚890
1893
1897
1899
1904

an

30 292
22 780
22 761
7976
2014
‘2478
14.169
14393
152738

HC
“BI
“99%
98EF
34 287
30 828
39 8319

214
919
922
.925
1926
1927
1998