IL, 5. Hopfen und Braugewerbe,

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Hoptenanbaugebiete.
Als Hopifenanbaugebiete sind heute zu nennen:
'. Deutschland:
ı) Bayern: Hallertau (Abensberg, Au, Geisenfeld, Hohenwart,
 Langquaid, Mainburg, Nandlistadt, Neustadt,
Pfaffenhofen, Pfeffenhausen, Rothenburg, Siegenburg,
Wolnzach);
Spalter Gebiet (Spalter Stadt, Spalter Bezirk, Spalter
Kreis);
Kindinger Gebiet;
Markt und Gebirg, Hersbrucker Land, Aischgrund;
übrige Gebiete: Pfalz, Schwaben, Ober- und Unteriranken;

b) Württemberg: Tettnang, Bodenseegebiet, Schwarzwaldkreis,
 Neckar- und Jagstkreis;
c) Baden: Sandhausen, Schwetzingen, Bodenseegebiet;
4) Preußen: Altmark.
Wichtige ausländische Hopfenanbaugebiete:
2, Tschechoslowakei:
Saaz, Auscha, Polepper Platte, Raudnitz, Dauba, Mähren.
3. Jugoslawien: ;
Woiwodina-Baczka und Syrmien, Slowenien (Südsteiermark).

4. Österreich und Ungarn.
5. Rumänien,
6, Frankreich:
Elsaß, Lothringen, Burgund, Nordfrankreich.
7. Polen:
Wolhynien, Lublin, Kielce, Lwow, Brody, Poznan, Lodz.
8. Rußland.
9. Belgien:
Poperinghe, Alost.
[0, England:
Kent, Hants, Surrey, Sussex, Hereford, Worcester.
11. Amerika:
Vereinigte Staaten, Kanada,
12. Australien, Neuseeland, Kaschmir usw,
Hoptenqualität und Hopfenbaugebiete.
Die Ansprüche des Hopfens an den Boden sind an
sich nicht allzu groß, daher war der Hopifenanbau in
früheren Zeiten, als man an die Qualität noch nicht
so hohe Forderungen stellte und als vor allem nicht
die Lieferung großer Mengen von möglichst gleicher
Beschaffenheit in Frage kam, viel weiter verbreitet.
Im letzten Jahrhundert haben sich durch die In-Austrialisierung
 des Braugewerbes jedoch bestimmte
 Forderungen an die Eigenschaften des
Hopfens, wie namentlich auch an die sachgemäße
Behandlung des geernteten Produkts, herausantwickelt,
 die ihrerseits wiederum zur Konzentrierung
 des Hopfenbaues auf bestimmte Gebiete hinwirkten.
 Damit entwickelten sich in diesen aber
auch wieder bewährte Kulturverfahren, die im Zusammenhang
 mit Boden- und Klimaverhältnissen,
Düngung und Behandlung bestimmte Sortenspielarten
 herausbrachten. Der Handel paßte sich dieser
Fntwicklung an, und heute werden mit bestimmten
Herkunftsbezeichnungen auch bestimmte Qualitätsbegriffe
 verbunden, die wieder für die Wertbeurteilung
 maßgebend sind.

Man faßt diesen Qualitätsbegriff kurz unter dem
Yamen „Edelhopfen‘“ zusammen. Als solche Edel-1opfen
 werden die Produkte folgender Gebiete berachtet:
 Deutschland, Tschechoslowakei, Jugo-;lawien,
 Österreich und Ungarn, Rumänien, Elsaß,
&gt;olen, teilweise auch lothringische‘ und russische
Topfen.
Diese Wertbeurteilung hat auch eine äußere
dechtsform gefunden, indem die Tschechoslowakei
lurch ihr Provenienzgesetz die dortigen Edelhopfen
zanz bestimmten Rechtsschutzformen unterstellt hat
ınd auch in Bayern von Staats wegen solchen
Hopfenbaubezirken, deren Produkt besonders geschätzt
 ist, das Recht verliehen wurde, den dort anyzebauten
 :Hopfen durch Versiegelung der fertigen
&gt;ackung und Ausstellung eines Herkunftszeugnisses
Zertifikat) besonders zu kennzeichnen. .
Handelsüblich ist jetzt im allgemeinen die Scheilung
 der Hopienbaugebiete in sich nach leichten und
schweren Lagen; die Abstufung der Preisbewertung
ängt immer auch stark von der Verschiedenartigceit
 der Erntemengen und von den mehr oder minder
vechselnden Geschmacksrichtungen ab. Von mittel-&gt;uropäischen
 Anbaugebieten ringen die schweren
_agen der Hallertau, Spalt, Markt und Gebirg, Tettang,
 Schwetzingen und Sandhausen einerseits und
lie besseren Lagen des Saazer Gebietes andererseits
ım die Palme: Dabei sei hier schon vorwegzenommen,
 daß an sich die Herkunft zwar gewisse
'ypische Eigenschaften gewährleistet, aber noch
ceineswegs unbedingfe Sicherheit für den Brauwert
 gibt. .
Die feinen Unterschiede .in den Edelhopfen, die
sich insbesondere im Aroma auswirken, liegen zum
Teil wohl in den Sorten, zum Teil sind sie zweifelos
 von Boden und Klima bedingt; auch die Höhenage
 scheint merklichen Einfluß zu haben. Daraus
nag es auch zu erklären sein, daß die Hopfen aus
len Randgebieten der verschiedenen Edelhopfenrebiete
 gegenüber den Hopien des eigentlichen Pro-'uktionszentrums
 in ihrer Qualität abfallen. Der aus
‚em Hopfenbau in günstigen Jahren zu erzielende
jewinn verlockt eben dazu, den Hopfenbau auch
‘ber Gebiete auszudehnen, die sowohl in bezug auf
Ööhenlage und Klima wie in der Zusammensetzung
ies Bodens von dem eigentlichen Produktionsgebiet
chon stark abweichen. Weiter spielen auch die
/orbehandlung der Hopfengärten, die klimatischen
’erhältnisse während der Pilanzenentwicklung, die
änwirkung der Hopfenschädlinge und Hopfenkrank-‚eiten,
 Zeit der Pflücke, Witterungsverlauf während
lerselben, Pflege des geernteten Produkts bis zum
7erkauf eine so mannigfache und ausschlaggebende
zolle, daß dem Brauer nie die eigene Nachprüfung
ler zu kaufenden oder zu verwendenden Hopfen erspart
 bleibt. Und damit komme ich zum wichtigsten
Peil meiner Ausführungen.