Generalbetriebsdirektor Josef Wild, Berlin:
das zu harte Brauwasser weicher macht und ver- ler Hefe bei der Gärung wie den Geschmack des
bessert, ist immerhin ein gefährliches Experiment, da Bieres ernstlich schädigen. Umgekehrt hat man im
Müchtige Öle oder sonstige Geruchstoffe mitgerissen 5udhaus darauf hingearbeitet, in erster Linie die
werden, welche das Produkt schädigen können. Carbonate zu entfernen bzw. zu ermäßigen, um
Es ist bekannt, daß lem Wasser den laugenhaften Charakter
zu nehmen, der auch im Sudhaus, zumal bei den hohen
das Brauwasser angwährenden Temperaturen, unbrauchbare,
eine sehr große Rolle spielt. Der alte Lehrsatz, daß reschmackstörende Stoife in Lösung
äin gutes Trinkwasser auch ein gutes Brauwasser ringen würde, Die Entfernung dieser Karbonate
sei, ist nur sehr bedingt richtig, sehr häufig aber x:ann man durch längeres Kochen des Wassers, aber
falsch. Der Hygieniker verlangt von dem Trink- 1ur bis zu einem gewissen Grad, erreichen; besser,
wasser, daß es biologisch rein sei, d. h. keine gesund- icherer und vollkommener ist die Aufbereitung
heitsschädlichen Keime, die zu Krankheiten oder gar lesBrauwassers durch genau dosierten Zusatz
zu Epidemien führen können, enthält. Das. ist zumeist on gesättigtem Kalkhydrat. Man kann damit
nicht schwer zu beschaffen; anders liegt es hinsicht- (arbonate in jeder beliebigen Menge herausnehmen,
ich der chemischen Zusammensetzung. Dabei ist vobei man sichent weder größerer, mehrere Sude
nan entweder auf das Bohren mehr oder weniger assender Behälter bedient, in welche dem aufvjefer
 Brunnen angewiesen, die auch genügend er- vespeicherten Wasser die Dosierung zugesetzt wird;
giebig sein müssen, oder wenn die geologischen Ver- liese scheidet die Karbonate aus, die sich dann
hältnisse quantitativ oder qualitativ in der Wasser- ‚bsetzen. Diese Zusätze müssen natürlich mit dem
versorgung versagen, so muß das Wasser manchmal NVasser innig verrührt und gemischt
kilometerweit hergeleitet werden, wozu ja z. B. werden. Oder man bedient sich in mittleren und
Städte auch nicht selten gezwungen sind. Ge- rrößeren Brauereien der Woasseraufbereitungsringe
 biologische Fehler beeinträchtigen ıpparate, die nicht automatisch und unbeaufsichtigt
weder die Mälzerei und noch weniger die Sud- virken sollen, aber die Dosierung automatisch tätigen
hausarbeit, da ja bei den hohen Temperaturen, ind mechanisch das Rühren und Mischen im Wasser
bei denen die Gesamtwürze zwei Stunden lang ge- esorgen. Eine tägliche kurze, in ein paar Minuten
kocht wird, sämtliche evtl. vorhandenen Keime in rledigte Kontrolle ist unentbehrlich; dann allerdings
ihrer schädlichen Wirkung abgetötet werden. Wäh- A unktioniert der Apparat einwandfrei, wenn der
rend aber z.B. ein Wasser mit hohem kohlensauren eaktionsbehälter nicht aus verkehrter Sparsamkeit
öder schwefelsauren Kalk- oder Magnesiagehalt vom "u klein gewählt wird, denn mit einer fünistündigen
Hygieniker einwandfrei hingenommen, vielleicht ’eaktionsdauer muß gerechnet werden. Die Leistung
sogar empfohlen wird, sind diese chemischen les Apparates ist eine dauernd gleichmäßige kon-Lösungen
 von größtem Übel, wenn sie in dem für die tante, wobei selbstverständlich eine Möglichkeit zur
Herstellung von Bier verwendeten Wasser enthalten \ufspeicherung des aufbereiteten Wassers vorhanden
sind, Die Verwendung von biologisch nicht ganz ein muß, um bei wechselnden Entnahmen den
reinem Regenwasser kann beim Brauen bedeutend \pparat nicht mißbrauchen zu müssen. Das ergibt
vorteilhafter sein als die Verwendung von zwar voll- ich in größeren Betrieben schon von selbst aus dem
ständig keimfreiem, doch eine Menge von unbrauch- Draktischen Bedürfnis, das Brauwasser in den
baren chemischen Bestandteilen enthaltendem värmewirtschaftlichen Weg einzuschalten, Wechselt
Wasser. Die Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte 1las Wasser am Tage oder überhaupt fortwährend,
und die fruchtbaren Arbeiten und Forschungen der der werden mehrere unregelmäßig zulaufende
Brauwissenschaft haben Klarheit in dieses Dunkel MNasser gesammelt zum Brauen verwendet, so ist die
gebracht, so daß man heute Josierung mit Kalkhydrat selbstverständlich nur in
:#inem großen Reservoir möglich und die Wasserıufbereitungsapparate
 scheiden in diesem Falle als
ınzweckmäßig aus.
Das gilt zunächst für die sogenannten „Karbonatvässer“,
 d. h. solche, welche überwiegend oder fast
ıusschließlich kohlensauren Kalk enthalten; wesentich
 anders liegt die Sache bei der kohlensauren
Magnesia, welche auf die genannte Weise überaupt
 nicht entfernbar ist, und ebenso beim schwefel-‚auren
 Kalk, dem Gips, der auch nicht auf so einfache
Neise wegzuschaffen geht. Auf chemische Weise
st die Eliminierung gefährlich und unsicher, unter
Anwendung von Druck gelingt sie nur teilweise: auch

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